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Reisebericht
19. Tag – 24.02.2003 Jinja – Sipi Falls Ich freue mich auf das Wasser, das mich heute Morgen erwartet. Ich nehme meine Waschtasche und steige die bucklige Treppe zu den Duschen hinab. Vier gibt es hier an der Zahl. Das ist nicht gerade die Masse, wenn bis zu hundert Gäste im Camp übernachten.Die kleinen Kabinen sind nach hinten halb offen, mit direktem Blick auf den Nil. Ich öffne den Wasserhahn und lasse die kühlen Tropfen über meine Haut rieseln. Sehr ergiebig ist der Strahl nicht. Ich schließe den Hahn wieder und seife mich von oben bis unten ein. Ein herrliches Gefühl. Als ich jedoch die Dusche erneut öffne, fallen mir gerade mal, ich habe sie gezählt, fünf Tropfen Wasser auf die Haut. Ich schaue nach oben. Es kommt nichts mehr. Das kann doch alles nicht wahr sein. Mein nächster Gedanke, ein Eimer. Draußen vor den Duschen befindet sich noch ein Wasserhahn, der von oben vom Camp gespeist wird. Das Wasser hier unten kommt aus einem großen Behälter neben den Kabinen. Ich hatte nebenan einen Eimer stehen sehen. Also raus und in die Dusche nebenan. Na prima, das Teil ist durchlöchert, als hätte einer mit einem Maschinengewehr darauf gefeuert. Es bleibt mir nichts anderes übrig. Ich stelle mich draußen an den Wasserhahn und spüle mir die Seife ab. Das ist auch nicht so ohne weiteres durchführbar, denn aus der Leitung tropft das Wasser auch mehr, als es fließt. Als ich oben wieder an unserer Hütte ankomme, will sich Beate gerade auf den Weg zu ihrer Morgentoilette machen. Das kann sie sich sparen. Wir gehen zum Frühstück und sind nicht sehr erstaunt, dass es hier im überdachten Restaurant haarsträubend aussieht. Die Mücken der letzten Nacht, die in den Petroleumlampen verendeten, liegen dicht gesät auf den Tischen und Bänken, gemischt mit Sand vom Fußboden. Es macht sich auch keiner die Mühe, etwas wegzuräumen. Man plaudert lieber lachend hinter und vor dem Tresen. Die Inhaberin, eine Engländerin, sitzt vor einer Geldkassette und hat mit dem Zählen ihrer Doller und Uganda Schillinge zu tun. Wahrscheinlich sind es die Beträge, die für das Rafting bezahlt wurden. Wir möchten nicht wissen, wie dieses hier durchgeführt wird und wie viele Verletze es gibt, wenn die gleiche Sorgfalt wie im Camp walten gelassen wird. Nun, sie meint, da wir heute abreisen, könnten wir auch gleich unsere Rechnung zahlen. Schließlich ist sie ja gerade beim Zählen. US$ 15 will sie für die Übernachtung. Das habe ich irgendwie nicht richtig verstanden. Sie meinte wohl eher 15.000 USh. Nein, das meint sie wirklich nicht, sondern US$ 15. Jetzt reicht es aber. Erst mal ist das für diese lappige Hütte, die nicht mal eine Tür drin hat, sondern nur einen Vorhang, stark überteuert und zweitens haben wir wegen eines dreckigen Bettes die Nacht in einem verbracht. Das sieht sie halbwegs ein und erlässt uns einen Teil. Dann bietet sie uns noch eine Mitfahrgelegenheit in die Stadt an. Der Lkw fährt in wenigen Minuten zum Backpackers. Wir lehnen dankend ab, da wir mit einem Mopedtaxi, die hier zur Genüge rumstehen, mit Sicherheit schneller sind. Wir verlassen Jinja etwas mürrisch in Richtung Mbane. Dort müssen wir umsteigen. Von da an geht die Straße auch wieder steil hinauf in die Berge. In Sipi angekommen, geht unser Weg direkt zum Crow´s
Nest. Einem Camp, das an einem Hang klebt. Hier fühlen
wir uns auch gleich wohl. Schmale Steintreppen führen zu
den kleinen Holzhütten. Alle haben Blick auf die vier Wasserfälle
und die umliegenden Berge, sind sauber und drinnen ist es angenehm
kühl. Und, was uns noch gefällt, hier gibt es eine
Dusche, die Wasser hat.
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