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Teil 5

Vor der Hütte des Onkels

Bevor wir am Nachmittag wieder in Richtung Freetown starten, gibt es bei Mohamed´s Onkel noch etwas zu Essen. Die Familie hat extra für uns gekocht und es gibt Hühnchen in Erdnussbuttersoße mit braunem Reis. Extra für uns gekocht bedeutet, dass an Gewürzen, besonders Peperoni und Pfeffer, sehr gespart wurde. Gemeinsam mit unseren Begleitern lassen wir es uns vor der Hütte seines Onkels schmecken.

Abschied in Njala

Dann heißt es, Abschied nehmen vom Dorf und von der Familie. Mohamed ist erst einmal eine Stunde unterwegs, um allen Bekannten und Verwandten Auf Wiedersehen zu sagen.

Sein Onkel gibt uns noch ein paar Geschenke mit auf den Weg: ein Huhn, eine überdimensionale Yamwurzel und eine Schüssel mit selbstgemachter Erdnussbutter. Dann starten wir wieder zurück nach Freetown.

Moyamba Junction

Nach einer Stunde haben wir Moyamba Junction erreicht, wo wir ein paar Gallonen Benzin auftanken. Die Benzinkrise hat sich wieder entschärft. Das erwartete Schiff mit Kraftstoff ist zwischenzeitlich eingetroffen.

An der Raststätte werden wir wie alte Bekannte begrüßt. Uns wird zugewunken und wir winken zurück. Dann geht es weiter auf der roten Staubpiste.

Rote Piste

Nach 10 km beginnt der Motor zu stottern. Wir schauen uns nur an und denken, das ist aber jetzt nicht wirklich wahr! Das ist ein böser Traum! Aber es ist leider kein Traum und so dauert es nicht lange und wir stehen ein weiteres Mal am Straßenrand. Dieses Mal mitten in der Prärie. Salam öffnet die Motorhaube, schaut hinein und beginnt zu experimentieren. Gelbe Sicherung raus, dafür eine rote an diese Stelle. Blaue Sicherung raus und an die Stelle einer gelben. Wir haben den Eindruck, er scheint nicht zu wissen, was er da tut. Unsere Geduld ist nun auch am Ende.

Rote Piste

Es ist bereits kurz vor 16:00 und wir warten jetzt keine 5 bis 7 Stunden, bis wieder ein Auto aus Freetown zur Hilfe kommt. Wir schnappen uns unsere Sachen aus dem Kofferraum bevor Salam sich versieht und ohne mit ihm zu diskutieren. Er will uns natürlich wieder zurück halten. Nein, wir warten jetzt auf das nächste Auto, das des Weges kommt. Mit Yamwurzel und Erdnussbutter stehen wir nun zu dritt am Straßenrand und heben den Daumen, als sich das erste Auto nähert. Erst später bemerken wir, wir haben das Huhn im Kofferraum vergessen.

Unterwegs

Salam bleibt mit dem defekten Fahrzeug zurück. Mohamed erklärt den beiden Männer unseres neuen Fortbewegungsmittels kurz und knapp, was passiert ist und wir nehmen auf dem Rücksitz Platz. Für einen kleinen Obolus geht es nun weiter nach Freetown. Unterwegs halten wir noch, um drei Säcke Feuerholz in den Kofferraum zu quetschen und erreichen das YMCA Hostel zwei Stunden später.

Blick von der Terrasse des YMCA Hostels

7:30 Uhr steht Salam vor der Tür, mit eben dem Fahrzeug, welches gestern die Panne hatte. Er sagt, sein Boss schickt ihn, das restliche Geld abholen. Ich frage ihn, welches Geld. Nun das, was von unserer Anzahlung als Differenz für die Mietung des Autos noch zu zahlen wäre. Das kann nur ein Witz sein. Für etwa 20 Stunden Wartezeit bei Pannen sollen wir jetzt noch einmal 100 US$ bezahlen? Für eine unfreiwillige Übernachtung in Njala, obwohl wir unser Zimmer in Freetown hatten?

Freetown

Irgendwo ist eine Grenze und hier ist sie erreicht. Zum Glück kommt gerade der Manager des YMCA Hostels auf Arbeit und sofort bemerkt er, dass etwas nicht stimmt. Er fragt nach, wir erzählen und er meint, wir sollen frühstücken gehen und danach unsere Pläne wie geplant fortsetzen. Er telefoniert zwischenzeitlich mit dem Boss der Autovermietung und bestellt ihn hierher.

Freetown

Als wir vom Frühstück zurück kommen, ist der Boss bereits eingetroffen und befindet sich im Büro des Managers. Nach Ende der Besprechung werden wir gerufen und erfahren, dass sich alles geklärt hat. Auf Grund des schlechten Services und den Unannehmlichkeiten, die wir hatten, genügt unsere bereits getätigte Anzahlung für das gemietete Auto. Das wollten wir auch meinen. Jedoch glaube ich, ohne Hilfe des Managers vom Hostel wäre die Angelegenheit nicht so schnell aus der Welt zu schaffen gewesen.

Freetown

Wie geplant, fahren wir heute also nach Mama Beach, wo wir ein paar Tage verbringen wollen. Ich war bereits vor zwei Jahren da und dieses paradiesische Fleckchen hatte mir sehr gut gefallen.

Wir checken aus dem YMCA Hostel aus, buchen aber bereits wieder unser Zimmer für unsere Rückkehr.

Unser Bungalow an Mama Beach

Mama Beach ist schnell erreicht, denn es ist etwa 50 km von Freetown entfernt. Wir begrüßen Henry, den französischen Inhaber von Mama Beach Garden´s, einer kleinen Bungalowanlage in einem Palmenwäldchen. Wir bekommen einen Bungalow zugewiesen. Den einzigen, der noch bewohnbar ist. Während des Krieges hat diese Einrichtung sehr gelitten und es wurde viel davon zerstört.

Mama Beach

Später erfahren wir von Henry, dass ein Vorhaben zur Erneuerung der gesamten Anlage geplant ist. Noch dieses Jahr soll damit begonnen werden, so dass die ersten Touristen in der nächsten Saison anreisen könnten.

Wir faulenzen den Rest des Tages und Henry lässt für uns ein super leckeres Barbecue zum Abendessen zubereiten. Ein riesiger Fisch gegrillt mit Zwiebeln und Gewürzen und unsere von Mohamed´s Onkel mitgebrachte Yamwurzel hat der Koch als Beilage zubereitet.

Dorf nahe Mama Beach

An den nächsten beiden Tagen ist Strand und faulenzen angesagt. Und wir unternehmen auch noch einen Bootsausflug nach Kent Beach und einen zu Fuß in ein nahegelegenes Dorf, wohin uns Henry begleitet. Er kennt alle Bewohner des Dorfes vom Chief über den Lehrer bis hin zu den Arbeitern, die gefangenen Fisch bearbeiten und verpacken.

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