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Im Rhythmus der Hitze

Sehenswertes

Sierra Leone Bildreisebericht 2008

09.02.-29.02.2008

Teil 4

Straße nach Njala

Bereits vor unser Fahrt nach Kabala hatten wir Mohamed den Vorschlag unterbreitet, ein Besuch in dem Dorf, in dem er aufgewachsen ist, zu unternehmen. Seine Eltern leben nicht mehr, aber ein Großteil seiner Familien wohnt noch dort und diese hat er acht Jahre nicht mehr gesehen. Pünktlich 7:00 steht also Salam vor der Tür und wir können nach Njala starten.

Moyamba Junction

Die ersten 100 km legen wir auf neuer Asphaltstraße zurück. Dann biegen wir ab und die Straße wandelt sich in rote Staubpiste. Nach 3 Stunden erreichen wir Moyamba Junction, eine Mischung aus Raststätte und afrikanischem Markt. Salam möchte sich etwas zu essen besorgen und wir halten Ausschau nach Getränken. Dann sind es nur noch etwa 30 km bis Njala.

Aber es hätte doch an ein Wunder gegrenzt, wenn wir heut problemlos ohne Panne durchgekommen wären.

Nächste Panne

Der Jeep springt nicht mehr an, als wir weiter wollen und so beginnt Salam wieder einmal, das Innenleben unter der Motorhaube zu inspizieren. Wir haben wenig Hoffnung, dass dies zu einem Erfolg führt und bitten ihn darum, doch in Freetown in seiner Firma anzurufen. Er meint, wir sollten ihm doch ein wenig Zeit geben, damit er die Lösung finden kann. Wir erinnern uns an den Batteriewechsel in Kabala, der vier Stunden dauerte.

Moyamba Junction

Im Schatten des Vordaches eines kleinen Restaurants nehmen wir Platz und beginnen mit dem Warten. Mohamed ist schon recht aufgeregt, glaubt er doch, dass wir bald in seinem Dorf sein werden. Wir verdrücken eine Cola nach der anderen und beobachen das Treiben an der Moyamba Junction. Vollbesetzte Busse machen hier eine Pause, die Passagiere verpflegen sich mit allerlei Lebensmitteln. Nach der Rast fahren die Busse weiter und wir schauen ihnen nach.

Moyamba Junction

Ein Weißer kommt des Weges, hört sich die stotternden Geräusche des Motors an, die Salam beim Versuch, den Wagen zu starten, auslöst. Er meint, es sei ganz sicher die Benzinversorgung (was es am Ende auch tatsächlich war: ein verstopfter Filter für die Benzinzufuhr). Dann schnappt er sich einen Fleischspieß von einem Grill und zieht weiter. Ein paar Minuten später springt er in sein Auto und fährt davon.

Wir bitten Salam nochmals, Freetown anzurufen, was er dann auch tut. Es wird wohl um die 3 Stunden dauern, bis die Mechaniker und das andere Fahrzeug hier sind.

Moyamba Junction

Wir warten weiter und überlegen uns, was wir tun könnten. Z.B. ein anderes Fahrzeug nach Njala nehmen und Salam kommt dann später nach. Aber diesen Vorschlag lehnt er vehement ab, verschließt den Wagen und lässt Mohamed nicht mehr an sein Gepäck. Er hat Angst, wir könnten uns aus dem Staub machen und wer bezahlt dann das gemietete Auto? So ein Blödsinn, wie sollten wir uns aus dem Staub machen?

Peperoni

Wir wollen einzig und allein nach Njala kommen und später wieder zurück. Es ist kein Weg drin, Salam bleibt stur und rückt Mohamed´s Sachen aus dem Kofferraum nicht raus. Er beruhigt uns immer wieder, dass die Kollegen aus Freetown schon bald hier sein werden.

Wir warten weiter. In der Wartezeit hab ich die Möglichkeit, viel zu Fotografieren, obwohl ich irgendwann keine Lust mehr dazu habe. Auch hat man schon mit dem ein oder anderen Laden- oder Verkaufsstandinhaber ein Gespräch geführt.

Moyamba Junction

Desto weiter die Zeit fortschreitet, umso unruhiger werden wir. Wenn wir Njala am heutigen Tag noch erreichen, werden wir es nicht schaffen, noch nach Freetown zurück zu fahren. Wir werden in Njala übernachten müssen. Also wenden wir uns wieder an Salam und nun bricht sogar noch ein Streit zwischen ihm und Mohamed aus. Salam ist der Meinung, dass Mohamed überhaupt nichts zu sagen hätte, da nicht er das Fahrzeug gemietet hat, sondern wir. Mohamed wiederrum gibt ihm zu verstehen, dass wir seine Gäste sind, in seinem Land und er auf uns Acht gibt.

Moyamba Junciton

Die Sache droht zu eskalieren, als wir partou nicht mehr weiter hier warten und uns ein Taxi nach Njala nehmen wollen. Es ist mittlerweile 16:00! Zwei Polizisten haben sich eingefunden und der halbe Markt hat bereits einen Kreis um unsere Diskussionsrunde gebildet. Eine halbe Stunde wird nun hin- und herdiskutiert und dann sind sie endlich da. Die Mechaniker aus Freetown treffen mit einem anderen Auto ein. Gegen 17:00 können wir dann endlich nach sieben Stunden Wartezeit mit dem neu eingetroffenen Fahrzeug weiter nach Njala fahren.

Njala Eine Stunde später treffen wir endlich an unserem Ziel ein und fahren zuerst zum Haus von Mohamed´s Onkel, um ihn und die Familie zu begrüßen. Danach geht es weiter zum Guesthouse von Njala. Hier gibt es hervorragende Unterkünfte in großer Zahl. Sehr ungewöhnlich für ein Dorf mitten im Lande. Aber Njala besitzt eine Universität und deshalb die vielen Übernachtungsmöglichkeiten. Wir sind dennoch die einzigen Gäste, mit denen man nicht gerechnet hat und so gibt es auch nichts Essbares. Wir besorgen uns mitten in der Nacht im Dorf also noch Brot und Wasser.
An Mohameds Haus

Nach dem Frühstück werden wir am Guesthouse von Salam und Mohamed abgeholt. Geradewegs geht es zu dem Haus, in dem Mohamed aufgewachsen ist. Er zeigt uns, in welchem Zimmer er gewohnt hat, seine Brüder, seine Mutter. Heute lebt eine andere Familie in diesem Haus. Begleitet werden wir von Onkels, Tanten, Cousins und Cousinen, als wir unseren Gang durch das Dorf fortsetzen.

Am Fluss

Später fahren wir zum Fluss, der jetzt während der Trockenzeit nicht viel Wasser führt und seicht dahin fließt. Während der Regenzeit, meint Mohamed, wird er zum reißenden Strom. Wir beabsichtigen hier ein Bad zu nehmen, was aber nicht unbedingt zur Nachahmung animieren soll, in einem afrikanischen Fluss baden zu gehen. So ein Bad in einem Süßgewässer in den Tropen kann einige gesundheitliche Risiken und Gefahren in sich bergen.

Am Fluss

Das Wasser ist klar und warm. Auf sandigem Boden geht man soweit, bis man nicht mehr stehen kann. Das Bad im Fluss ist wahrlich eine Erfischung in der tropischen Hitze des Tages.

Am Ufer sind Frauen damit beschäftigt, ihre Wäsche zu waschen.

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