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Sierra Leone Bildreisebericht 2008
09.02.-29.02.2008
Teil 3
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Im Dorf nehmen wir unter einem großen schattigen Baum Platz. Die Hitze ist fast unerträglich und man ist, obwohl man nichts gemacht hat, außer im Auto gesessen, geschafft. Die Kinder stellen sich im Kreis um uns auf und beobachten uns weiter. Wir fragen, ob man irdendwoher etwas zu Trinken bekommen kann und sogleich bringt man uns einen kleinen Topf mit frisch geschöpftem Wasser aus der Pumpe, welches wir dankend ablehnen müssen. |
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Es vergehen fast 5 Stunden, bis das neue Auto aus Freetown eintrifft. Vollgepackt mit Mechanikern. Es werden noch 10 Gallonen Benzin aus dem defekten Fahrzeug ab- und in das neue eingefüllt. Wobei wohl auch etwa eine Gallone auf dem Asphalt verteilt wurde. Das neue Auto, ein Cherokee Jeep, bringt auch einen neuen Fahrer namens Salam mit sich und eine Rechtslenkung. |
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Das Ziel Kabala rückt für heute in weite Ferne. Wir schaffen es bis kurz vor Einbruch der Dunkelheit gerade noch bis Makeni, wo wir uns eine Übernachtung suchen. Am Morgen besorgt unser neuer Fahrer Benzin, denn über Nacht ist ein Tanklaster angekommen. Wir bekommen 10 Gallonen und jetzt kann es endlich weitergehen. Am Ortsausgang von Makeni nehmen wir an einem Check Point der Polizei noch einen Soldaten bis Kabala mit, der nach Hause möchte. |
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Zwei Stunden später erreichen wir schon Kabala, die größte Stadt im Norden Sierra Leones. Sie hat eher dörflichen Charakter, umgeben von Bergen. Lehmhütten reihen sich links und rechts einer staubigen Piste. Wir checken in ein kleines, hübsches Guesthouse ein. Die bescheidenen Zimmer haben eine ebenso bescheidene Dusche ohne fließend Wasser. Zum Zimmer gehört ein kleiner Vorraum mit einem Tisch und zwei Holzsesseln sowie einer Vitrine mit allerhand verschiedenem Geschirr. Hier ist Selbstverpflegung angesagt. |
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Gleich nachdem wir unsere Sachen ausgebreitet haben, beginnen wir mit Salam und dem Inhaber des Guesthouses unseren Plan für die nächsten Tage zu schmieden. Wir möchten gern noch weiter in den Norden fahren. Es soll eine landschaftlich sehr schöne Gegend sein, abgelegen und mit einsamen Dörfern. Jedoch weiß keiner, wie die Straßenverhältnisse dort aussehen. Salam will sich in die Stadt begeben, um Erkundigungen einzuholen. |
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Am späteren Nachmittag, als die Hitze nicht mehr ganz so unerträglich scheint, machen auch wir uns noch einmal auf den Weg in Stadt. Auf dem Markt lassen wir uns vor einem Geschäft nieder, wo sich Reis- und Zuckersäcke stapeln. Gleich gegenüber befindet sich der Markt, dessen Treiben man von hier aus gut beobachten kann. |
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Salam ist mit von der Partie. Es dauert nicht lange und wir haben auf einem Tisch vor dem Geschäft unsere Straßenkarte ausgebreitet. Wir diskutieren mit den dazu gekommenen Männern über die Möglichkeit, die vorgesehene Strecke weiter in den Norden zu fahren. Noch ein junger Mann gesellt sich zu uns, der meint, er hätte eben erst letzte Woche diesen Weg auf einem Motorbike mit Fahrer zurückgelegt. |
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Er sagt, die Strecke soll sehr schlecht sein und die Berge seien nicht zu unterschätzen. Aber er glaubt, dass es mit einem Allrad machbar sei. Wir werden sehen. Gegebenfalls drehen wir halt einfach wieder um. In der Stadt besorgen wir uns für die morgen geplante Fahrt noch Brote und 12 Flaschen Wasser mit je 1 1/2 Liter Inhalt. Das dürfte für 2 - 3 Tage reichen. Für den Notfall haben wir auch noch Micropur-Tabeletten in unserem Gepäck. |
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Wir wollen heute Morgen gegen 8:00 Uhr starten, wenn die Sonne zwar schon aufgegangen, aber die Hitze noch nicht ganz so extrem ist. Salam werkelt schon merkwürdig am Fahrzeug herum und schnell merken wir, dass da etwas nicht stimmt. Der Motor springt nicht an bzw. die elektronische Wegfahrsperre lässt sich erst gar nicht lösen. Die Batterien der Fernbedienung scheinen wohl hinüber. Wir geben ihm Geld, damit er in der Stadt neue besorgen kann. |
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Somit beginnt der Tag also wieder mit Warten. Als Salam die Batterien gewechselt hat, geht noch immer nichts. Er testet, probiert, schaut ein weiteres mal unter die Motorhaube, wackelt an Kabeln und Sicherungen, aber die Wegfahrsperre lässt sich nicht lösen. Und wir warten weiter und ziehen uns dann in unser Zimmer zurück. Nach sage und schreibe vier Stunden hören wir plötzlich das Geräusch eines anspringenden Motors. Aber zu diesem Zeitpunkt, es ist nun Mittag, haben wir uns bereits entschieden, die Tour nicht zu unternehmen. |
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Salam hat festgestellt, dass er die Batterien verkehrt herum in die Fernbedienung gelegt hat. Dies teilt er uns freudig mit, denn das Fahrzeug ist ja in Ordnung. Und er versteht nun gar nicht, warum wir unser Vorhaben nicht mehr durchführen wollen. Doch das Resultat unserer vierstündigen Aussprache ergab, wir finden es zu riskant mit einem Fahrer unterwegs zu sein, der vom Innenleben seines Autos nicht im Geringsten Bescheid weiß. |
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Eine Panne in solch einer abgelegenen Gegend, die wir geplant haben, zu befahren, kann dann verheerend sein. Denn wie wollte er dann Freetown informieren, um Mechaniker und/oder ein neues Auto zu schicken? In diesem Gebiet gibt es keinerlei Funkabdeckung. Unser Entschluss steht fest, wir fahren zurück nach Freetown mit ein paar Abstechern unterwegs. Zwischenzeitlich hatte Salam mehrere Gespräche mit seinem Boss. Er möchte, dass wir nach Rückkehr in Freetown doch mal bei ihm vorbeischauen. |
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Der Rückweg führt uns über Mama Beach, wo wir für ein paar Tage später einen Bungalow mieten, weiter über Toke Beach, wo wir am menschenleeren Strand ein Bad im Meer nehmen und noch weiter über Lakka Beach, wo wir auf einem kleinen Inselrestaurant einen Drink nehmen. Am Ende unserer Tagesreise statten wir Salam´s Boss noch einen Besuch ab. In einem großen, mit einer Mauer umschlossenen Haus, das nur durch ein vergittertes Eisentor betreten werden kann, wohnt sein Boss. In einem exzellent ausgestatteten, klimatisierten Wohnzimmer empfängt er uns und entschuldigt sich für die Unannehmlichkeiten, die wir durch die Pannenzeiten des Fahrzeuges hatten. |
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