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Sierra Leone Bildreisebericht 2008

09.02.-29.02.2008

Da es mir leider aus zeitlichen Gründen nicht mehr möglich ist, so ausführliche Reiseberichte wie in den Jahren zuvor zu schreiben, möchte ich doch wenigstens ein paar Informationen und Erlebnisse, auf das Wichtigste beschränkt, als kurzen Bildreisebericht online stellen. Auf den folgenden Seiten findet Ihr ein paar Ausführungen zur Reise im Februar 2008 nach Sierra Leone.

Teil 1

Fähre Lungi - Freetown

Nach einem Tag Zwischenaufenthalt in Casablanca - Marokko - erreichen wir mit einem Flieger der Royal Air Maroc Freetown in den frühen Morgenstunden des 11. Februars. Mohamed vom YMCA, den ich von meiner letzten Reise nach Sierra Leone kenne, holt uns wie besprochen vom Flughafen ab. Bis zur Abfahrt der Fähre bleibt noch genügend Zeit, um Neues auszutauschen und zu plaudern.

Fähre Lungi - Freetown Letzte Nacht hat es gewittert und mächtig geregnet. In der Ferne sieht man noch ein paar Blitze am Himmel zucken. Gegen 6:30 Uhr geht die Sonne auf und lässt bereits auf der anderen Seite des Flusses die Konturen der Freetown Halbinsel erkennen. Der Steg zur Fähre füllt sich langsam mit Menschen und Fahrzeugen. Pünklich 8:00 Uhr legt die Fähre in Lungi ab, um nun etwa eine Dreiviertelstunde nach Freetown über zu setzen.
Freetown

Da wir auf dem Oberdeck Platz genommen haben, sind wir mit die letzten Fahrgäste, die das Schiff verlassen. Dies ist auch besser so, denn das Gedränge ist ziemlich chaotisch. Irgendwie hat man den Eindruck, jeder möchte der Erste sein, der seinen Fuß auf den Boden Freetowns setzt.

Wir suchen uns ein Taxi und lassen uns geradewegs durch die menschenüberfüllten und geschäftigen Straßen zum YMCA Hostel bringen.

Freetown Einiges kommt mir bekannt vor, an anderes kann ich mich nicht mehr erinnern. Aber die recht steile Straße, die von der Pademba Road zum YMCA Hostel hinauf führt, an die kann ich mich noch gut erinnern, denn wir haben sie vor zwei Jahren oft in dieser tropischen Gluthitze erklommen.
Blick von der Terrasse des YMCA Hostels Und woran ich mich auch noch sehr gut erinnern kann, ist der grandiose Ausblick auf die Stadt von der oberen Terrasse des YMCA Hostels. Dies ist auch das erste, was wir nach unserem Check-in im Hostel tun: Den Blick auf Freetown genießen.
Nachdem wir uns von der langen Anreise und der fast schlaflosen Nacht im Flugzeug ein wenig ausgeruht haben, machen wir uns am Nachmittag noch auf den Weg, ein paar Besorgungen zu erledigen wie Geld tauschen, SIM-Card erwerben und etwas Essbares zu finden. In den letzten beiden Jahren haben viele kleine Restaurants und neue Geschäfte eröffnet und so ist es dieses Mal kein Problem mehr, etwas zu finden, was auch dem europäischen Magen einigermaßen bekommt.
Blick aus unserem Zimmer auf die Nachbarschaft

Die Nacht bringt keine Abkühlung und wenig Schlaf. Wir messen in unserem Zimmer +33°C. Nachdem sich die Anwohner nach ihren nächtlichen Plaudereien unter freiem Himmel wohl gegen Mitternacht entfernt und zur Ruhe gelegt haben, treibt es die Hunde auf die Straßen. Aus jeder Richtung vernimmt man ein anderes Kläffen. Die Hunde gehen, wenn der Erste gegen 6:30 Uhr im Licht der aufgehenden Sonne beginnt, Feuerholz zu hacken...

Straße nach Kroo Bay Mohamed möchte mit uns heute nach Kroo Bay gehen, dem größten Slum der Stadt, denn das YMCA ist hier an einem Projekt beteiligt. Einige Hilfsorganisationen engagieren sich in diesem Stadtteil. Der starke Regen der letzten Nacht hat die Straße hinunter zu den Wellblechhütten mit angespültem Müll überflutet und sie ist mit Fahrzeugen nicht mehr passierbar. Man hat bereits begonnen, den Unrat wieder zu beseitigen, aber aufgrund der Unmenge an Müll, wird dies wohl noch einige Zeit in Anspruch nehmen.
Kroo Bay Kroo Bay ist, wie bereits erwähnt, einer der Slums der Hauptstadt Freetown, in dem auf engsten Raum ca. 6.000 Menschen in Blechhütten und Verschlägen leben. Hier mündet der Crocodile River ins Meer, der jedes Jahr während der Regenzeit die kläglichen Behausungen unter Wasser setzt und die Cholera und andere Krankheiten mit sich bringt.
Kroo Bay Clinic Save The Children hat im Jahr 2007 das Kroo Bay Project ins Leben gerufen, welches u.a. zum Ziel hat, die heruntergekommene Klinik zu renovieren und auszustatten, das Übertreten des Crocodile Rivers durch den Bau von Mauern aus Sandsäcken zu verhindern, Bewohner in Gesundheitspflege auszubilden...
Kroo Bay Clinic

... damit sie über die Wichtigkeit so einfacher Dinge, wie z.B über die Gabe von Rehydrations-Salz Bescheid wissen, welches das Leben ihrer Kinder bei schweren Durchfallerkrankungen retten kann und vieles andere mehr. Save The Children hat eine interaktive Webseite mit 360°-Bildern >>> erstellt, auf der auch über die letzten Neuigkeiten anhand von Webisoden informiert wird. Und sie ist wohl die beste Webseite im Internet über einen Slum.

Den Rest des Tages schlendern wir noch ein wenig durch die Straßen. Trotz der ungeheueren Hitze sind diese menschenüberfüllt. Die Haut ist feucht und die Sachen kleben am Körper. Die klimatischen Verhältnisse sind für frisch eingeflogene Europäer extrem. Hin und wieder pausieren wir ein paar Minuten an irgendeinem schattigen Plätzchen oder gönnen uns etwas zu trinken.
Blick von der Terrasse des YMCA Hostels Und am Abend sitzen wir natürlich wieder auf der Terrasse des YMCA Hostels mit Blick auf die Stadt. Wenn die Dämmerung beginnt, kann man von hier aus den Start von Tausenden Flughunden beobachten, die vom nahegelegenen Cotton Tree aus in die Nacht hinaus fliegen.

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