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Gesundheitshinweise für Sierra Leone

Gelbfieber

Für alle Reisenden ist bei der Einreise nach Sierra Leone eine gültige Impfbescheinigung gegen Gelbfieber vorgeschrieben. Davon ausgenommen sind Transitpassagiere, die den Flughafen in Sierra Leone nicht verlassen. Generell wird allen Reisenden, die das Land besuchen, ein Impfschutz gegen Gelbfieber empfohlen.

Malaria

Sowohl bezüglich Erkrankungsrate wie auch Sterblichkeit gehört Malaria zu den häufigsten Erkrankungen in Sierra Leone. Die Übertragung erfolgt durch den Stich der  Anophelesmücke. Unbehandelt verläuft insbesondere die gefährliche Malaria tropica (> 90 % der Fälle in Sierra Leone!) bei nicht-immunen Europäern häufig tödlich. Die Erkrankung kann auch noch Wochen bis Monate nach einem Aufenthalt ausbrechen. Es besteht ganzjährig Malariarisiko im ganzen Land (erhöhtes Risiko während der Regenzeit Mai-Oktober). Eine Malariaprophylaxe wird dringend empfohlen. Dafür sind in Deutschland verschiedene, verschreibungspflichtige, Medikamente (z.B. Malarone®, Doxycyclin, Lariam®) erhältlich. Die Mitnahme eines ausreichenden Vorrats ist empfehlenswert. Die Auswahl der Medikamente sollte vor der Abreise mit einem Tropen- oder Reisemediziner abgestimmt werden. Weiterhin werden bezüglich Infektionsrisiken durch Insektenstiche folgende Maßnahmen empfohlen:

  • Besonders abends und nachts tragen heller, Körper bedeckender Kleidung (lange Hosen, lange Bluse/Hemd
  • Auftragen von Insektenschutzmittel auf alle freien Körperstellen. Dazu stehen in den hiesigen Apotheken verschiedene, tropisch getestete Mittel zur Verfügung.
  • Das Schlafen unter einem Moskitonetz
     
Cholera und andere Durchfallerkrankungen

Cholera tritt immer wieder in Epidemien mit mehreren hundert bis zu mehreren tausend Fällen pro Jahr auf. Durch eine entsprechende Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene lassen sich die meisten Durchfallerkrankungen und besonders Cholera vermeiden. Wasser sollte generell vor der Benutzung zum Trinken und zum Zähneputzen  abgekocht oder anderweitig keimfrei gemacht werden. Am besten, ist der Kauf von Wasser in verschlossenen Plastikflaschen, die es in Sierra Leone überall zu kaufen gibt. Der Genuss von rohen Salaten sollte vermieden werden. Gemüse sollte gekocht und Obst geschält werden: "Cook it, peel it or forget it":

Bilharziose

Wie in allen tropischen Ländern, besteht die Gefahr der Übertragung dieser Wurminfektion beim Baden in Süßwassergewässern. Baden im offenen Süßwasser sollte grundsätzlich unterlassen werden. 

Lassa-Fieber

In Sierra Leone ist die Lassa-Fieber endemisch. Es kommt aber auch immer wieder zu kleineren Ausbrüchen. Der Übertragungsweg auf den Menschen ist der orale oder inhalative Kontakt mit durch Rattenurin kontaminierten Lebensmitteln oder Aerosole. Besonders bei Reisen im Landesinneren unter einfachen Bedingungen ist Vorsicht angezeigt.

Hepatitis A und Hepatitis B

Beide Erkrankungen kommen landesweit vor. Eine Hepatitis A-Schutzimpfung wird generell empfohlen. Bei längern Aufenthalten und engem Kontakt zur einheimischen Bevölkerung sowie allgemein bei Kindern und Jugendlichen sollte eine Schutzimpfung gegen Hepatitis B erfolgen.

HIV/Aids

Ist weit verbreitet und eine große Gefahr für alle, die Infektionsrisiken eingehen wie z.B. ungeschützte Sexualkontakte, unsaubere Spritzen oder Kanülen und Bluttransfusionen können ein erhebliches Gesundheitsrisiko darstellen.

Weiteres

Ein Impfschutz gegen Polio, Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten usw. sollte nicht nur für Aufenthalte in tropischen Gebieten gegeben sein, sondern ist auch innerhalb Europas unerlässlich.

Medizinische Versorgung

Es gibt nur wenige medizinische Einrichtungen, der Standard ist bei weitem nicht mit dem europäischen vergleichbar. In Freetown ist die ärztliche Versorgung gegenwärtig begrenzt. Die vorhandenen Ärzte sprechen in der Regel Englisch. Kirchliche Missionen und internationale Hilfsorganisationen unterhalten ebenfalls einige medizinische Einrichtungen.

Das Mitführen einer gut ausgestatteten Hausapotheke wird dringend angeraten. Inbesondere sollten Personen, die auf spezielle Medikamente angewiesen sind, diese in ausreichender Menge mitführen. In Freetown gibt es nur wenige Apotheken. Sie führen ein begrenztes Sortiment wichtiger Standardmedikamente, auch europäischer Herkunft.

Versicherungsschutz

Als Reisender sollten Sie über einen ausreichenden, im Ausland gültigen Krankenversicherungsschutz und eine zuverlässige Reiserückholversicherung verfügen. Dies bieten die meisten großen Versicherungen in Deutschland zu einem günstigen Jahrespreis an. 

Wichtiger Hinweis

Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der medizinischen Informationen sowie eine Haftung für eventuell eintretende Schäden kann nicht übernommen werden. Für Ihre Gesundheit bleiben Sie selbst verantwortlich. Deshalb ist dringend anzuraten, einige Wochen vor einer Reise in ein tropisches Gebiet eine Beratung bei einem Tropenmediziner/Reisemediziner in Anspruch zu nehmen.

 

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