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Afrika Kalender 2012

Go Belize - Eine Reise in die Karibik

Im Rhythmus der Hitze

Reisebericht

9. Tag - 23.12.2003 - Bafata - Georgetown (Gambia)

Es ist unmöglich, morgens etwas zum Frühstück aufzutreiben. Baguettes gibt es noch keine. Alles, was ich auftreiben kann, ist eine Flasche Mineralwasser für den Nescafé Instant. Und wir haben noch zwei Packungen Kekse aus Bissau.

Wir werden Guinea-Bissau heute leider wieder verlassen. Es ist sehr schwierig eine Unterkunft zu finden. Wenn es in der zweitgrößten Stadt des Landes nur ein einziges Hotel gibt, wie sieht es da in den kleineren Orten aus. Wir brauchen uns nur an Cacheu erinnern. Schade, aber mit einem Zelt ist man hier sicherlich besser dran.

Ein alter Peugeot wird uns bis zur Grenze des Senegals bringen. Im Grunde genommen hätten wir es schon ahnen können, was jetzt für eine Fahrt vor uns liegt. Das gesamte Innenleben des Autos ist mit einer roten Staubschicht überzogen.

Ein kurzes Stück fahren wir noch auf guter Teerstraße. Dann biegen wir auf eine Piste ab. Roter Staub dringt von unten unablässig in den Wagen. Der Fahrer fordert die Fahrgäste auf, die Scheiben herunter zu kurbeln, damit der Dreck wieder nach draußen ziehen kann.

Etwa zwei Stunden fahren wir so. Alles was nicht bedeckt ist, ist bei Ankunft an der Grenze mit rotem Staub belegt. Was an meiner Hose und meinem Shirt noch die gleiche Farbe hatte wie zuvor, sind die Innenseiten der Falten. Auch unsere Haut, unsere Gesichter, unsere Haare sehen nicht anders aus.

Beate krümmt sich vor Lachen als sie mich draußen anschaut und meint, ich würde aussehen, als hätte ich mir eine übergroße Menge Make-up ins Gesicht geschmiert. Nun, das kann ich nur zurückgeben. Auch unsere Mitfahrer ähneln uns jetzt in ihrer Haut- und Haarfarbe und wir sind kaum noch voneinander zu unterscheiden.

An der Grenzstation von Guinea-Bissau möchte man wieder den Inhalt unserer Rucksäcke sehen.

zurück im Senegal

Dann geht es weiter zu Fuß auf senegalesische Seite, wo wir uns ein anderes Taxi nehmen müssen.

Bis Kolda fahren wir wieder auf Piste. Und hier müssen wir erneut umsteigen, um nach Pata, an die gambische Grenze zu gelangen.

Die Straße wird immer schmaler und gleicht nur noch einem schlechteren Feldweg. Manchmal könnte man meinen, wir fahren durch ein ausgetrocknetes Flussbett, so tief liegt der ausgewaschene Weg. Vielleicht ist es auch eins.

Ausreise aus dem Senegal. Wieder Fahrzeugwechsel. Eine Oma, die schon seit Bafata mit uns fährt und uns in Kolda geholfen hatte, dass wir nicht zu viel für die Beförderung unserer Rucksäcke zu bezahlen hatten, kommt auch weiterhin mit uns.

Bis nach Gambia sind es jetzt noch etwa 10 km. Ein kleiner Pkw versucht sich jetzt auf dem Feldweg. Aber wir schaffen vorerst nur die Hälfte der Strecke und bleiben in der mittelsten Prärie stehen. Weit und breit nur vertrocknete Graslandschaft und ein paar einzelne Bäume. Eine Kuhherde zieht an uns vorbei, während der Fahrer unter der Motorhaube bastelt. Schon beim zweiten Versuch springt der Wagen wieder an und hält bis zur Grenze durch.

Gambia begrüßt uns mit dem kompletten Räumen der Rucksäcke und auch des Handgepäcks. Als nächstes will uns der Grenzbeamte weiß machen, dass wir für Gambia ein Visum brauchen. Denn sonst könnte es teuer werden. Nun, meine ich zu ihm, dann werden wir doch mal die Deutsche Botschaft anrufen. Die wissen es sicher ganz genau.

Von einem Visum ist von nun an keine Rede mehr. Jetzt könnte man ja mal den Versuch mit dem Heiratsantrag starten. "Seid Ihr verheiratet?" Ja, wir sind es. Aber nicht wirklich, nur hier in Afrika. Das erspart oft weitere Fragen. Tja, das lässt sich nicht ändern. Nach dem Austausch von einer paar Nettigkeiten können wir dann endlich gehen.

Wie an jeder Grenze, müssen wir uns auch hier wieder ein anderes Fahrzeug suchen. Die Leute warten schon längere Zeit auf den Bus nach Georgetown und so warten wir mit. Als er dann kommt, beginnt ein Drängeln und Schubsen und Schieben. Die Einen sind noch gar nicht ausgestiegen, da quälen sich die Anderen schon rein. Koste, was es wolle. Das wird uns noch einige Male in Gamiba unterkommen und wir sehen dann auch so manches Fahrzeug ohne uns abfahren und warten eben auf das nächste.

Bis zum Gambia River, den wir hier wieder überqueren müssen, sind es nur ein paar Kilometer. Aber es kann nicht mehr all zu lange dauern, bis es dunkel wird.

Als wir am Fluss ankommen, erfahren wir, dass die Leute schon drei Stunden warten, denn die Fähre ist defekt. Es wird aber jeden Moment eine andere kommen. Jeden Moment, das bedeutet, wir richten uns erst einmal auf eine längere Wartezeit ein und machen es uns gemütlich auf unseren Rucksäcken.

Aber wer hätte das gedacht, keine fünf Minuten sind seit unser Ankunft vergangen und ein Motorengeräusch ist zu hören. Es nähert sich und als die Fähre um die Flussbiegung getuckert kommt, wird sie johlend und klatschend begrüßt.

Man fragt sich, wieso es eigentlich über den Gambia River nicht eine Brücke gibt. Es würde doch, gerade den Transport von Waren, bedeutend erleichtern. Später im Senegal erfahren wir, dass der senegalesische Präsident dem gambischen bereits angeboten hat, gemeinsam eine Brücke auf der Strecke Soma - Farafenni zu bauen, auf dem Trans Gambian Highway , der Haupttransitstrecke durch Gambia. Es ist schon vorgekommen, dass LKWs dort bis zu drei Wochen auf die Überfahrt warten mussten. Der Gambier hat abgelehnt.

Zum Abschluss des Tages folgt nun noch ein 2 km Fußmarsch bis zum Baobolong Camp . Wir werden von ein paar einheimischen Jungs begleitet, die uns wieder jede Menge Fragen stellen. Auf einmal erzählen sie uns, dass der Eine, der schon die ganze Zeit mit dem Fahrrad nebenher fährt, Koch in diesem Camp sei. Na, dann aber los! Er kann schon mal das Essen für uns bestellen. Chicken gibt es überall. Und er tritt in die Pedalen.

Als wir im Camp ankommen, ist es bereits finster und es wird gerade der hauseigene Generator angeworfen. Der Rest der Stadt hat kein Licht, denn die Hauptstromversorgung ist defekt.

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14.12.2003-10.01.2004

Anreise Frankfurt - Lissabon - Dakar

1. Tag - Dakar

2. Tag - Dakar - Kaolack

3. Tag - Kaolack - Ziguinchor

4. Tag - Ziguinchor

5. Tag - Ziguinchor - Cacheu (Guinea-Bissau)

6. Tag - Cacheu - Bissau

7. Tag - Bissau

8. Tag - Bissau - Bafata

9. Tag - Bafata - Georgetown (Gambia)

10. Tag - Georgetown

11. Tag - Georgetown - Bakau

12. Tag - Bakau

13. Tag - Bakau - Tanji

14. Tag - Tanji - Abéné (Senegal)

15. Tag - Abéné

16. Tag - Abéné

17. Tag - Abéné

18. Tag - Abéné - Ziguinchor

19. Tag - Ziguinchor - Mbour

20. Tag - Mbour

21. Tag - Mbour - Dakar

22. Tag - Dakar - St. Louis

23. Tag - St. Louis

24. Tag - St. Louis - Dakar

25. Tag - Dakar

26. Tag - Dakar

Heimreise - Dakar - Lissabon - Frankfurt - Dresden

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