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Reisebericht

4. Tag - 18.12.2003 - Ziguinchor

Das Konsulat von Guinea-Bissau soll sich laut Stadtplan in unserem Reiseführer gleich ein paar Häuser weiter von unser Unterkunft befinden. Dreimal laufen wir daran vorbei, können nur das französische Konsulat entdecken. Erst nach Fragen und ganz genauem Hinschauen erkennt man an einer Terrasse, unter einem Vordach, einen Fetzen Flagge. Darunter ein Wappen mit der Inschrift des Konsulats.

Stufen führen in das Obergeschoss eines alten Kolonialhauses. Man betritt einen großen Vorraum mit ein paar antiquarisch anmutenden Sesseln, die um einen großen Holztisch herum stehen. Die Tür in den benachbarten Raum steht offen und wir werfen einen Blick hinein. Am anderen Ende des Zimmers, hinter einem massiven Schreibtisch und umgeben von hohen Holzregalen, die gefüllt sind mit Akten, von denen manche wohl schon Jahrzehnte da schlummern, sitzt der Konsulatsangestellte. Er winkt uns herein. Da er mehrere Sprachen fließend beherrscht, plaudern wir ein wenig auf englisch. Wir erzählen, woher wir kommen, was wir machen und warum wir unterwegs sind und er erzählt etwas über seine zehn Jahre in Moskau, die er bei seiner Botschaft gearbeitet hat.

Mit 5.000 CFA-Francs (keine 8,- €) und einem Passbild hat man innerhalb von fünf Minuten ein Visum zur zweimaligen Einreise für Guinea-Bissau in seinem Pass. Unsere Namen und Passnummern werden noch notiert und wandern sicherlich bald zu den verstaubten Unterlagen in eines dieser Regale und somit können wir morgen den Weg nach Guinea-Bissau antreten.

Nun liegt aber noch Ziguinchor mit seiner flussreichen Umgebung vor der Tür und wartet darauf, entdeckt zu werden. Am kleinen Hafen des Casamance Rivers spricht uns ein junger Mann hinsichtlich einer Bootsfahrt auf dem Fluss an. Da wir dies ohnehin geplant hatten, würden wir gern annehmen.

Bereits eine Viertelstunde später sitzen wir im Boot, nachdem wir von unserer Anzahlung Diesel von der Tankstelle für den Bootsmotor geholt haben. Der erste Stopp soll in Affinam sein. Aber bis dahin ist es noch ein weiter Weg durch mehrere Flussarme.

Momentan ist der Casamance River noch sehr breit, bis wir in einen Seitenarm einbiegen. Links und rechts Mangroven, deren verschlungene Wurzeln weit aus dem Wasser ragen. Für ornithologisch Begeisterte ist so eine Bootsfahrt überaus zu empfehlen. Man sieht unterwegs die seltsamsten Vögel, auch zahlreiche Pelikane und Flamingos.

Nachdem wir diesen schmalen Flussarm wieder verlassen haben und der Fluss wieder breiter wird, ändert sich die Farbe des Wassers urplötzlich in ein leuchtendes Türkisblau.

Als wir das erste Mal an Land gehen, sehen wir nichts weit und breit, außer zwei Boote und ein kleines Häuschen mit der Aufschrift "Affinam". Hier drin deponiert Abdus, unser Bootsführer, auch unseren Reservekanister mit Diesel.

Ein staubiger Weg führt vorbei an Sümpfen, bis wir einen Busch erreichen, davor eine Wiese, auf der Rinder weiden. Scheinbar haben wir das Dorf erreicht.

Inmitten des tropischen Waldes verstreut liegen die Häuser der Dorfbewohner. Gleich die erste Hütte steuern wir an. Offensichtlich ist es Abdus´ Zuhause, denn eine ältere Frau, die uns entgegenkommt, stellt er uns kurz darauf als Mama vor.

Kein Auto, kein Straßenlärm sind hier an diesem Fleckchen Erde, zwischen großen, schattenspendenden Bäumen, zu hören. Nur das Zwitschern der Vögel, das Zirpen der Grillen und das Lachen von Kindern.

Im Dorf gibt es auch ein einfaches Campement, in dem man übernachten kann und das von den Bewohnern des Dorfes geführt wird. Hier legen wir noch eine Pause ein und gönnen uns ein paar Getränke. Die Hitze macht durstig.

Das Campement ist ein sogenanntes Case à Impluvium . In der gesamten Casamance gab es traditionellerweise in den meisten Dörfern der Diolas (Volksstamm, der in dieser Region lebt) wenigstens eins dieser Gebäude. Es ist ein weiträumiges, rundes Lehmhaus mit einem Strohdach.

Während früherer Kriegszeiten schlossen sich die Dorfbewohner hier ein und waren so sicher vor Angreifern. Regenwasser wurde durch ein großes Loch im Dach, das gleichzeitig ein diffuses Licht brachte, in einem Tank, in der Mitte des Hauses aufgefangen. Die größten Cases à Impluvium konnten bis zu 40 Bewohner mit samt ihrem Vieh aufnehmen.

Als Lehm und Stroh wirkungslos gegen moderne Waffen wurden, blieben nur ein paar wenige dieser Impluviums übrig. Eines der besterhaltendsten ist das in Affinam.

Unsere nächste Anlegestelle ist Djilapao. Der Ort ist bekannt für seine cases étages , etwas ungewöhnliche Lehmhäuser, da sie zwei Etagen haben.

Eines steht direkt am Ufer, oberhalb eines Hügels. Abdus ruft einen Namen: "Jean!" Ein betagtes, dünnes Männchen kommt aus dem Haus und begrüßt uns freudig.

Jean ist ein lokaler Künstler, etwas sonderbar, vielleicht ein klein wenig verrückt und recht witzig. Die Innenwände seines Hauses sind mit Reliefs verschiedener Motive, einige eher gewagt, dekoriert, die er selbst auch bemalt.

Er führt uns durch alle Räume, auch in der oberen Etage, die uns nicht so ganz trittsicher scheint und erklärt uns in seiner Sprache und im wahrsten Sinne des Wortes mit Händen und Füßen, was die jeweiligen Motive aussagen sollen. Dabei kichert oder lacht er ständig.

Der letzte Halt, bevor wir zurück nach Ziguinchor fahren, ist die Île des Oiseaux. Auch für Nichtornithologen ein faszinierendes Plätzchen, denn hier lassen sich mühelos allerhand der verschiedensten Vogelarten blicken.

Am späten Nachmittag erreichen wir wieder den Hafen. Auf diese Bootstour sollte man eine Kopf- und Nackenbedeckung nicht vergessen. Die Sonne brennt erbarmungslos vom wolkenlosen Himmel und der Fahrtwind tut sein übriges, sich schnell einen Sonnenstich oder ähnliches einzufangen. Der Ausflug mit dem Boot dauert mehrere Stunden und man hält sich vorwiegend auf dem Wasser auf.

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14.12.2003-10.01.2004

Anreise Frankfurt - Lissabon - Dakar

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2. Tag - Dakar - Kaolack

3. Tag - Kaolack - Ziguinchor

4. Tag - Ziguinchor

5. Tag - Ziguinchor - Cacheu (Guinea-Bissau)

6. Tag - Cacheu - Bissau

7. Tag - Bissau

8. Tag - Bissau - Bafata

9. Tag - Bafata - Georgetown (Gambia)

10. Tag - Georgetown

11. Tag - Georgetown - Bakau

12. Tag - Bakau

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14. Tag - Tanji - Abéné (Senegal)

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