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Reisebericht

3. Tag - 17.12.2003 - Kaolack - Ziguinchor

Wir verlassen heute Kaolack wieder, um uns weiter nach Süden zu begeben. Der Weg zum Gare Routiere (Busstation) ist gesäumt mit Plastiktüten und leeren Getränkedosen. Kleine, schwarze Rinnsale ziehen sich entlang des Straßenrandes.

Es dauert heute über eine Stunde, bis das Peugeot Taxi (wir erinnern uns, es fasst sieben Passagiere) alle Fahrgäste zusammen hat.

Unser Ziel heißt Ziguinchor in der Casamance, im Süden des Senegals. Dazu müssen wir Gambia passieren und den Gambia River überqueren, über den es keine Brücken gibt.

Die Straße ist sehr gut und wir kommen zügig voran. Jedoch ist die Landschaft auf dieser Strecke wenig reizvoll und überhaupt nicht abwechslungsreich. Man sieht fast nur vertrocknetes Gras und ein paar einzelne Baobabs.

Als wir uns der gambischen Grenze nähern, wird die Fahrbahn immer mieser. Entweder umfahren wir die Schlaglöcher slalomartig oder benutzen den rotstaubigen Seitenstreifen neben der Straße.

Erstaunlicherweise müssen wir bei der Einreise in Gambia 1.000 CFA-Francs für den Stempel in den Pass zahlen. Nachdem wir diese dann passiert haben, ist die Straße kaum noch befahrbar. Übrigens nennt sich diese Strecke Trans Gambian Highway . Ein vielversprechender Name, hinter dem man eine vielleicht vierspurige Autobahn vermuten könnte. Aber weit gefehlt. Es ist fast nur Schritttempo möglich oder eben der Seitenstreifen.

Als wir die Fähre erreichen, die uns über den Gambia River bringen soll, warten bereits jede Menge Autos, LKWs und Menschen darauf, den Fluss zu überqueren. Händler haben an beiden Seiten der Straße Verkaufsstände errichtet und bieten alles Erdenkliche für den Reisenden an. Vielleicht braucht man ja noch ein Handtuch, einen Koffer, eine Uhr oder etwas Essbares.

Bei der ersten Überfahrt sind wir noch nicht an der Reihe. Erst bei der nächsten. Vollbeladen, aber nicht überladen, tuckern wir über den Fluss. Unser Taxi muss noch eine Fähre später nehmen. So warten wir auf der anderen Seite des Gambia Rivers zusammen mit den anderen Fahrgästen auf überdachten Bänken.

Es braucht alles seine Zeit, bis die Fähre wieder neu beladen ist und nach drüben fährt. Dort muss sie vor dem erneuten Beladen natürlich erst wieder entladen werden. All das geht ruhig und ohne Hektik vonstatten.

Wir haben also Zeit und warten. Dabei betrachten wir uns den herumliegenden Müll, was sonst könnte man jetzt Sinnvolles tun. Und wir stellen fest, dass es doch ausschließlich Abfall ist, den die sogenannte Zivilisation mit sich gebracht hat. Wieder Plastiktüten, leere Getränkedosen, Zeitungspapier.

Die Fähre legt an und unser Peugeot rollt gleich als Erster von Bord. Es kann auf der schlaglochübersäten Piste weiter zur nächsten Grenzstation gehen. Denn wir reisen nun gleich wieder aus Gambia aus, um erneut in den Senegal einzureisen.

Und zu unserer erneuten Verwunderung verlangt man hier ebenfalls auf gambischer Seite 1.000 CFA-Francs von uns. Die Grenzbeamtin knurrt mich auf meine Frage hin an, wofür diese denn wären: "For transit!" und eher gibt es die Pässe nicht zurück, betont sie.

Gleich nebenan die senegalesische Grenzstation. Mit einem freundlichen Lächeln und einem "Guten Tag" mit französischem Akzent begrüßt uns der Angestellte, nachdem er unsere deutschen Pässe gesehen hat.

Auch die Straße wird jetzt wieder besser, man kann sogar sagen, hervorragend. Für die 150 km bis Ziguinchor benötigen wir nur noch zwei Stunden. Der Fahrer drückt nun voll aufs Gaspedal, als hätte er ein Rennen zu gewinnen.

Kurz vor Ziguinchor jedoch werden wir noch von einer Polizeikontrolle gestoppt. Der Beamte nimmt unserem Fahrer die Papiere ab und weigert sich, sie ihm wieder zu geben. Der Grund dafür lässt sich leider nicht in Erfahrung bringen. Soweit reichen meine Französischkenntnisse nicht aus. Somit können wir nur die angeregte Diskussion beobachten, an der sich auch unsere Mitreisenden beteiligen. Schließlich gibt der Polizist nach, unser Fahrer erhält seine Dokumente wieder und wir können fahren.

Je weiter wir in Richtung Süden gekommen sind, umso grüner wurde die Landschaft. Waren es erst nur ein paar Palmen am Wegesrand, so waren es später saftiggrüne Wiesen und dschungelähnliche Wälder.

Vor Ziguinchor kündigt sich der Casamance River an. Links und rechts des Weges Feuchtgebiete so weit das Auge reicht. Die Straße geht nun von Asphalt in Pflastersteine über. Sie schlängelt sich durch diese sumpfige Landschaft bis wir eine Brücke erreichen. Gleich dahinter liegt die Busstation und die Stadt. Wir sind angekommen.

Unser Fahrer meint, wir sollten sitzen bleiben, er bringt uns noch bis in die Stadtmitte. Auf dem Weg dahin entdecken wir große Plakate. Da sind wir wohl gerade richtig gekommen. Ab morgen findet für vier Tage ein großes Kulturfestival in Ziguinchor statt. Den Nachteil dessen bemerken wir recht schnell. Auf der Suche nach einer Übernachtungsmöglichkeit werden wir von einem Hotel ins nächste geschickt. Sämtliche Zimmer in der Stadt sind wegen des Festivals ausgebucht.

Hilflos stehen wir jetzt an der Rezeption des Hotels N´Daary Kassoum . Ja, was nun? Sollte es hier nicht irgendwo noch ein Plätzchen für uns geben? Da tritt einer der Hotelangestellten an uns heran, der der ganzen Sache zugehört hatte. Er könnte uns eine Privatwohnung anbieten. Ein Haus gleich nebenan, das zum Hotel gehört, hat momentan ein paar freie Zimmer.

Traumhaft. In einem alten Kolonialhaus finden wir für die folgenden zwei Nächte unsere Unterkunft. Zwei Zimmer, eine Küche, ein Bad und eine Terrasse mit Blick auf die Straße und die gegenüberliegenden, ebenfalls noch von den Franzosen stammenden Häuser.

Wasser gibt es heute aus dem Eimer. Aber es erfrischt nach der langen Fahrt, der Hitze und dem Staub des Tages.

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14.12.2003-10.01.2004

Anreise Frankfurt - Lissabon - Dakar

1. Tag - Dakar

2. Tag - Dakar - Kaolack

3. Tag - Kaolack - Ziguinchor

4. Tag - Ziguinchor

5. Tag - Ziguinchor - Cacheu (Guinea-Bissau)

6. Tag - Cacheu - Bissau

7. Tag - Bissau

8. Tag - Bissau - Bafata

9. Tag - Bafata - Georgetown (Gambia)

10. Tag - Georgetown

11. Tag - Georgetown - Bakau

12. Tag - Bakau

13. Tag - Bakau - Tanji

14. Tag - Tanji - Abéné (Senegal)

15. Tag - Abéné

16. Tag - Abéné

17. Tag - Abéné

18. Tag - Abéné - Ziguinchor

19. Tag - Ziguinchor - Mbour

20. Tag - Mbour

21. Tag - Mbour - Dakar

22. Tag - Dakar - St. Louis

23. Tag - St. Louis

24. Tag - St. Louis - Dakar

25. Tag - Dakar

26. Tag - Dakar

Heimreise - Dakar - Lissabon - Frankfurt - Dresden