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Reisebericht

2. Tag - 16.12.2003 - Dakar - Kaolack

Wir verlassen heute die Hauptstadt. Für weitere Ausflüge in und in die Umgebung von Dakar bleibt uns noch Zeit, wenn wir am Ende unserer Reise wieder hierher zurückkehren.

An der großen Busstation nehmen wir uns ein Peugeot Taxi nach Kaolack. Diese Autos haben den Vorteil, dass sie schnell und direkt, ohne Zwischenstopps, an den Zielort fahren. Es gibt sieben Sitzplätze plus Fahrer und mehr Passagiere werden auch nicht aufgenommen. Dafür sind sie ein wenig teurer als die üblichen Buschtaxis.

Man braucht wohl etwa eine Stunde, bis man den Großraum Dakar verlassen hat. Trotz autobahnähnlicher, gut ausgebauter Straße geht es nur schleppend voran. Immer wieder Staus. Später dann wird die Fahrbahn immer schlechter und die Schlaglöcher häufen sich.

Nach drei Stunden, in der Hitze der Mittagssonne, erreichen wir Kaolack, eine staubige und heiße Stadt. Bereits auf den ersten Blick scheint die Aussage unseres Reisehandbuches zuzutreffen: "Viele Reisende beschreiben sie als schmutzig".

Unsere heutige Unterkunft, die Auberge de Carrefour , liegt etwas außerhalb des Zentrums. Nachdem wir uns in den kühleren Gemäuern des Hauses etwas ausgeruht haben, machen wir uns auf den Weg, um die Umgebung zu erkunden. So soll z.B. der Markt von Kaolack, nach Marrakesch, der zweitgrößte, überdachte Markt Afrikas sein.

Schon nach ein paar hundert Metern legen wir unsere erste Pause im Schatten ein und dürsten nach Flüssigkeit. Mein Gott, ist das eine Gluthitze hier! Im Gegensatz dazu war ja Dakar ein schattiges Plätzchen. Zudem ist es staubig und überaus trocken. Die Zunge klebt am Gaumen, der Kreislauf arbeitet auf Hochtouren, der noch auf Winter eingestellte, europäische Körper ist aufgeheizt und sehnt sich nach Abkühlung, die man hier vergeblich sucht.

Doch letztendlich schützt uns die Überdachung des Marktes vor der sengenden Sonne des Nachmittags und wir schlendern durch die Gänge.

Angenehme Gerüche von Kräutern und Gewürzen vermengen sich hier mit dem Gestank von Abfällen und Fisch. Eine eigenartige Mischung, wie man sie auch von anderen Märkten kennt. Genauso durcheinandergewürfelt ist das Warenangebot: Kleidung und bunte Stoffe, Tierhäute und Muscheln, Gewürze und Seifen, Uhren und Schmuck bis hin zu Dingen, die die Welt nicht braucht. Und Schneider. Hier gibt es unzählige Schneider. Ihre Maschinen rattern an jeder Ecke. Manchmal stehen bis zu zwanzig Nähmaschinen beieinander und die Betreiber arbeiten unentwegt.

Die Sonne bewegt sich in Richtung Horizont als wir zurück zur Auberge gehen. Der Tag war, wie bereits einige Male erwähnt, heiß und staubig und vor unserem Gang ins Internetcafé und der Suche nach einem Abendessen wollen wir noch duschen. Doch es gibt kaum Wasser.

Ich frage an der Rezeption nach zwei Waschtrögen, die wir voll tropfen lassen wollen. Wieder oben im Zimmer, den Duschhahn geöffnet, kommt kein Tropfen mehr. Also, wieder runter und nach Wasser fragen. Nun, es ist nicht genügend Druck auf der Leitung. Das ist manchmal so. Er kommt schon irgendwann wieder.

Somit gehen wir halt zuerst ins Internetcafé, verschwitzt und eingestaubt. Einen der Tröge lassen wir unter der Dusche stehen, legen den Schlauch hinein und drehen den Wasserhahn auf. Vielleicht haben wir Glück und wenn wir zurück sind, haben wir etwas Wasser im Trog.

Auf dem Weg werfen wir noch einen Blick ins Blue Bird , einem kleinen, libanesischen Restaurant. Wir testen hier gleich den Wasserhahn neben der Toilette, aber auch hier kein Tropfen. Nachdem wir einen Drink genommen haben, testen wir noch einmal. Ein bindfadendünner Strahl, mit dem wir uns wenigstens die Hände mal waschen können und der hoffen lässt, dass unser Trog sich füllt.

Es folgt eine Stunde Internetcafé und daraufhin wollen wir gleich im Blue Bird etwas essen gehen. Wir müssen an dem uns schon bekannten Wasserhahn vorbei - Test. Beate öffnet ihn. Das Wasser schnellt mit unerwartetem Druck heraus. Wir schauen uns nur an, denken beide in diesem Moment wohl das Gleiche: Trog und Dusche!

Sogleich sind wir im Eilschritt auf dem Weg in die Auberge. Wir malen uns unterwegs aus, wie das Wasser bereits unten durch den Türschlitz gedrungen ist und die Treppe hinunterfließt. Unten an der Rezeption wird wohl keiner das Plätschern hören. Die Füße auf der Couch und den TV auf voller Lautstärke, bemerken sie es wohl erst, wenn sich die Couch beginnt zu bewegen und in Richtung Fernsehbild schwimmt.

Ich nehme gleich selbst den Schlüssel hinter der Rezeption ab. Der Angestellte registriert uns nicht einmal. Er ist in die Fernsehsendung vertieft. Aus dem Lautsprecher dröhnt die Stimme des Nachrichtensprechers.

Wir rennen die Treppen hinauf - sie sind zu unserer Verwunderung noch trocken - öffnen unsere Zimmertür und machen das Licht an. Unter der Dusche ist der Trog verschwunden und es tropft noch ein wenig Wasser aus dem Schlauch.

Froh darüber, dass unsere Bedenken nicht eingetroffen sind, müssen wir nun schmunzeln. Eine etwas unüberlegte Aktion, die uns fast ziemlich nasse Füße beschert hätte, obwohl wir gleich feststellen, dass sich der Wasserdruck ohnehin nicht mit dem vom Blue Bird messen kann.

Wir nutzen jetzt das kühle Nass und duschen erst einmal. Danach gehen wir zum dritten Mal zum Libanesen, bleiben aber nun etwas länger...

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14.12.2003-10.01.2004

Anreise Frankfurt - Lissabon - Dakar

1. Tag - Dakar

2. Tag - Dakar - Kaolack

3. Tag - Kaolack - Ziguinchor

4. Tag - Ziguinchor

5. Tag - Ziguinchor - Cacheu (Guinea-Bissau)

6. Tag - Cacheu - Bissau

7. Tag - Bissau

8. Tag - Bissau - Bafata

9. Tag - Bafata - Georgetown (Gambia)

10. Tag - Georgetown

11. Tag - Georgetown - Bakau

12. Tag - Bakau

13. Tag - Bakau - Tanji

14. Tag - Tanji - Abéné (Senegal)

15. Tag - Abéné

16. Tag - Abéné

17. Tag - Abéné

18. Tag - Abéné - Ziguinchor

19. Tag - Ziguinchor - Mbour

20. Tag - Mbour

21. Tag - Mbour - Dakar

22. Tag - Dakar - St. Louis

23. Tag - St. Louis

24. Tag - St. Louis - Dakar

25. Tag - Dakar

26. Tag - Dakar

Heimreise - Dakar - Lissabon - Frankfurt - Dresden