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von FanciskaAidara - . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
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Reisebericht
12. Tag - 26.12.2003 (2. Weihnachstfeiertag) - Bakau Wir werden munter, als es an unserer Tür klopft. Es muss 9:00 Uhr sein, denn für diese Zeit haben wir uns das Frühstück aufs Zimmer bestellt. Wir hören das Meer rauschen und ein Blick aus dem Fenster zeigt den Atlantik mit vielen bunten Fischerbooten bestückt. Wir nehmen uns Zeit und sind noch recht müde von den Anstrengungen des letzten Tages und besonders der Nacht. Zuerst müssen wir auf eine Bank, die auch gleich hinter uns schließt. Glück gehabt. Danach zum Strand, den wir jedoch erst suchen müssen, denn hier ist alles verbaut. Kein Weg führt ans Meer, hohe Zäune vor Wohnhäusern und wahrscheinlich auch Unterkünften verhindern den Zutritt. Am Cape Point steht das Fünfsternehotel Sun Beach Cape And Resort . Hier müssen wir einfach mal rein, koste es was es wolle. Für uns kostet es umgerechnet € 10, dass wir uns für ein paar Stunden am Strand auf einer Liege räkeln können. So wie man die Tür zu dieser Hotelanlage betritt, wird man aus dem Staub der Straße mit ihren vielen kleinen, bunt zusammengehauenen Souvenirständen, den kleinen Gassen mit offenen Rinnsalen und zivilisationsmüllübersäten Wegen in eine Welt geschleudert, die u.a. aus Swimmingpool mit bambusüberdachter Pool-Bar, klimatisiertem Restaurant mit echtem, buntgeschmücktem Weihnachtsbaum und Großbildschirm-TV besteht. Und so viele Weiße auf einem Haufen haben wir bis jetzt auch noch nicht gesehen. Wir gesellen uns zu ihnen, die von Sicherheitskräften bewacht auf Liegen unter Strohsonnenschirmen am Strand liegen. Manche krebsrot und manche braungebrannt, andere käseweiß oder vor Sonnenöl triefend. Wir alle warten nun gemeinsam darauf, dass die Flut das Wasser wieder zurück bringt, damit man nicht so weit laufen muss. Wir vertreiben uns die Zeit mit Lesen und einem Vanilleeis mit einer großen Portion Schlagsahne. An so etwas hätten wir gestern bei trockenem Weißbrot und abgestandenem, warmem Wasser in unseren kühnsten Träumen nicht einmal gewagt zu denken, Eis und Schlagsahne. Im Hotelkomplex läuft ein Entertainment Programm und am späten Nachmittag ist Bingo Time angesagt. Spätestens in diesem Augenblick kommt die Frage auf: Fühlen wir uns hier wirklich wohl? Beim Verlassen des Hotel entdecken wir am Ausgang ein großes Schild, auf dem auch in deutsch geschrieben steht: "Bitte nehmen Sie sich einen uniformierten Führer, um vor Belästigungen sicher zu sein!". Wir nehmen uns trotzdem keinen und gehen den Fußweg durch die Gassen des Ortes zum Kachikaly Crocodile Pool . Fettgefressene Krokodile liegen träge in und um einen mit Entengrütze gefüllten Teich und bewegen sich nicht. An diesem früher heiligen Ort, der heute zum Touristenpflichtprogramm gehört, kann man so nah an diese Tiere heran, ohne irgendein Körperteil abgebissen zu bekommen, wie wohl kaum irgendwo anders auf der Welt. Auf dem Weg zurück stellen wir fest, dass wohl schon die Kleinkinder hier fließend englisch sprechen. Ein kleiner Steppke, so um die drei Jahre alt, nimmt meine Hand und begleitet mich. Als ich ihm dann sage, dass er doch dann mal langsam zu seiner Mama zurückgehen solle, meint er: "Same way" (hab den gleichen Weg).
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