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Im Rhythmus der Hitze

Reisebericht

9. Tag - 13.02.2000 Zomba - Lilongwe

Heute verlassen wir leider Montfort Cottage, das uns schon zu einer beliebten Bleibe geworden war. Wir verabschieden uns von Helex und seinen süßen Kindern und überlassen ihnen unsere restlichen Lebensmittel. Unbeschadet erreicht unser Auto die Hauptstraße. Opel sei Dank!

Von hier aus müssen wir jetzt wieder geradewegs nach Lilongwe. Das wollen wir gegen Abend erreichen, uns eine Unterkunft da suchen, morgen den Wagen abgeben und dann nichts wie weiterziehen. Wir haben geplant, die längere Strecke über Salima zu nehmen. Auf der Herfahrt haben wir den kleinen Ort Mua verpasst, wo es eine interessante Mission mit Museum geben soll. Das wollen wir uns anschauen.

Wir kommen gut vorwärts, bis zu dem Punkt, als ich über einen auf der Straße liegenden Stock fahre. Nach einem Zischen gibt der Wagen plötzlich seinen Geist auf. Was war das? Als Jens unter das Auto schaut, ist alles klar. Die schon so oft reparierte und zusammengeflickte Benzinleitung ist gerissen und beim Anlassen spuckt die Benzinpumpe jetzt den Kraftstoff auf die Straße anstatt dahin, wo er hingehört.

Mitten in Afrika stehen wir jetzt mit einem defektem Fahrzeug und wissen nicht, wie es weiter gehen soll. Schnell hat sich um uns eine Traube von Männern und Kindern gebildet, die uns vom Dorf her gesehen haben und hergeeilt sind. Jens meint, das bekommt er wieder hin und per Wagenheber hebelt er das Auto nach oben. Unterdessen suche ich in meinem Rucksack die Schere, Heftpflaster und eine Plastiktüte.

Was haben wir doch für ein Glück im Unglück, als ein Pick-up vorbeikommt und die Männer vom Dorf ihn anhalten. Acht bis zehn Mann sitzen auf der Ladefläche. Einer von ihnen ist der Mann, den wir brauchen, der Kraftfahrzeugmechaniker aus dem benachbarten Ort. Sicher kann er uns helfen. Hier werden tagtäglich Fahrzeuge zusammengeschustert. Und er bekommt es tatsächlich in kurzer Zeit wieder hin. Der Motor läuft und nur ab und an verirrt sich noch ein Tropfen Benzin auf die Straße.

Wir sind überglücklich, so schnell aus dieser unangenehmen Situation wieder herausgekommen zu sein. Jens steckt dem Mechaniker gleich ein paar Kwacha in die Hosentasche und dann nehmen wir ihn noch bis zu seinem Dorf mit. Der Pick-up war ja inzwischen weitergefahren. Bis zur Übergabe dieses Fahrzeuges muss die Reparatur nun halten.

Nach einigen Kilometern stellen wir fest, dass wir uns doch wieder auf der falschen Straße befinden. Diese führt zwar auch direkt nach Lilongwe, aber nicht über Mua. Wir fahren jetzt also auf der kürzeren Strecke über Dedza, direkt an der mosambikanischen Grenze entlang. Es besteht zwar noch eine Verbindungsstraße von hier aus rüber nach Mua, aber da auf der Karte als Secondary Road ausgewiesen, ist sie nur mit einem Allrad zu befahren. Wir haben es ausgetestet und kehrten um, bevor wir mit der nächsten Panne weit ab von der Hauptstraße liegen bleiben. Damit ist Mua gestorben. Ein Blick in unseren Lonely Planet sagt uns, wir legen einen Stop in Dedza ein. Da gibt es ein Töpferei mit einem guten, im Nachhinein würde ich sogar sagen, exzellenten Coffee Shop.

Doch vorher müssen wir noch eine Polizeikontrolle passieren. Eine malawische Polizistin stoppt unseren Wagen. Solche Kontrollpunkte gab es unterwegs des öfteren und bis jetzt wurden wir immer weiter gewunken. "Woher kommen Sie und wohin fahren Sie?" "Wir kommen aus Zomba und wollen nach Lilongwe." "So Madame, und warum haben Sie Ihre Sicherheitsgurte nicht angelegt? Das kostet pro Person 1.000 Kwacha (ca. 45,- DM). Ich werde Ihnen einen Strafzettel ausschreiben, den Sie dann auf der Polizeistation in Lilongwe bezahlen können." "Aber wir wollen morgen früh gleich mit dem Bus in Richtung Norden fahren, um uns weiter das Land anzuschauen." sage ich mit einem besonders traurig aufgesetzten Blick. "Sie wohnen also nicht in Malawi? Sind Sie etwa Touristen?"

Plötzlich ändert sich der ernste Ausdruck in den Augen der Polizisten und sie setzt sogar ein Lächeln auf. Sie erkundigt sich nach meinem Lidschatten und fragt, was ich denke, wie wir jetzt übereinkommen könnten. "Sie möchten sicherlich gern weiterfahren und nicht bezahlen. Richtig?" Ja, das möchten wir gern. "Schreiben Sie mir mal Ihre Adresse in Deutschland auf. Ich gebe Ihnen auch meine und Sie können mir ja mal schreiben." Ich gebe ihr noch ein paar Stifte und ein paar Bonbons für ihre Tochter mit und wir verabschieden uns wie gute Freunde. Das war ja noch mal gut gegangen. Ich hätte nicht gedacht, dass wir so ungeschoren davonkommen.

Gut ausgeschildert finden wir die bereits erwähnte Töpferei und den dazugehörigen Coffee Shop. Es scheint ein Wochenendtreffpunkt der Weißen zu sein. Sie haben fast jeden Tisch besetzt, trinken Kaffee, essen Kuchen. Die Leckereien liegen zwar im preislich etwas höheren Niveau, dafür stimmt aber auch die Qualität und der Kaffee ist so richtig schön stark.

In der Töpferei selbst kann man besichtigen, wie die Arbeiter die Waren fertigen. Im Geschäft nebenan kann man sich natürlich gleich mitnehmen, was einem gefällt. Danach geht es weiter zum Internationalen Flughafen Lilongwe. Ich will nicht viel darüber schreiben, da es einfach nur traurig ist. Jens´ Rucksack ist nicht angekommen. Mr. Chingana vom Lost-and-Found-Office sagt, wir möchten ihm doch bitte noch eine Woche geben. Müssen wir auch, uns bleibt ja nichts anderes übrig.

Bedrückt gehen wir auf die Suche nach einer Bleibe für heute Nacht. Das Golden Peacock wollen wir diesmal meiden. Im ersten Hotel, das wir anlaufen, ist der Preis bedeutend zu hoch. Das zweite, das muss ich jetzt mal so sagen, ist ein dreckiges Loch. In Annie´s Lodge, in Area 47, finden wir endlich eine
Übernachtungsmöglichkeit. Unser Zimmer ist dieses Mal mit Bad und WC ausgestattet, hat jedoch nur zwei Betten.

Um nicht noch länger suchen zu müssen, erklärt sich Micha bereit, auf den Isomatten zu schlafen. Das geht schon mal für eine Nacht. Ein schöner großer Ventilator schmückt ebenfalls unser Zimmer. Jedoch ist er am Ende nutzlos, wenn der Strom ausfällt. Bestimmt ist das Gewitter dafür verantwortlich. Leider passiert das aber kurz vor dem Abendessen, so dass die Küche nichts mehr kochen kann. Nur gut das diese Annie noch zwei andere Guesthouses in verschiedenen Stadtteilen besitzt, so dass das Essen von da angeliefert wurde.

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05.02.2000 - 26.02.2000

Ein paar Tage vor Abreise

1./2. Tag - Dresden - Amsterdam - London - Johannesburg - Lilongwe

3. Tag - Lilongwe

4. Tag - Lilongwe

5. Tag - Lilongwe - Senga Bay

6. Tag - Senga Bay

7. Tag - Senga Bay - Zomba

8. Tag - Zomba

9. Tag - Zomba - Lilongwe

10. Tag - Lilongwe - Mzuzu

11. Tag - Mzuzu - Nkhata Bay

12. Tag - Nkhata Bay

13. Tag - Nkhata Bay

14. Tag - Nkhata Bay - Chinteche

15. Tag - Chinteche - Liwonde


16. Tag - Liwonde - Nanchengwa Lodge

17. Tag - Nanchengwa Lodge

18. Tag - Nanchengwa Lodge - Monkey Bay

19. Tag - Monkey Bay

20. Tag - Monkey Bay - Liwonde

21. Tag - Liwonde - Lilongwe

22. Tag - Lilongwe - Nairobi - Amsterdam - Dresden