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Afrika Kalender 2012

Go Belize - Eine Reise in die Karibik

Im Rhythmus der Hitze

Reisebericht

8. Tag - 12.02.2000 Zomba
Heute ist eine Extremtour angesagt. Wir starten 8.00 Uhr, um zu Fuß das Zomba Plateau zu besteigen. Von den Mandala Falls über den Queens und den Emperior View zu den Williams Falls und wieder zurück. Dafür sind etwa sechs Stunden eingeplant.

Die erste Strecke birgt noch keine großen Schwierigkeiten in sich. Aber es wird immer heißer. Da hier ein neuer Staudamm gebaut wird, der in zwei Monaten fertiggestellt sein soll, kann eine frühere Abkürzung nicht mehr genommen werden. Wir müssen einen Umweg in Kauf nehmen.

Dann beginnt der Aufstieg und der hat es in sich. Meine beiden Männer werfen mir schon jetzt vor, dass ich mich wieder mal nicht richtig erkundigt hätte, mir nicht bewusst wäre, was hier auf uns zu kommt oder einfach unsere Leistungsfähigkeit überschätzt habe. Zur Zeit gibt es nur zwei, die mit dem Aufstieg keine Probleme haben, Helex und ich. Das wird sich aber auch noch ändern. Helex ist klein und flink. Wer weiß wie oft er diesen Weg zusammen mit den Besuchern der Hütte nimmt.

Es geht einen sehr schmalen, vom Regen verwaschenen Weg, durch abgeholzten Wald, steil nach oben. In kurzer Zeit haben wir einige Höhenmeter zu überwinden. Die beide jammern weiter. Die Sonne scheint mittlerweile erbarmungslos auf unsere Köpfe und diese glühen jetzt alle in einem strahlenden Rot. Man fühlt, wie das Herz das Blut durch die Schlagadern den Hals hinauf in den Kopf pumpt. Jetzt müssen wir jeweils nach zehn Schritten eine Pause einlegen und versuchen, das kleinste Stückchen Schatten zu erhaschen. Langsam zweifle ich jetzt auch an dieser Aktion.

Oft kommen uns einheimische Waldarbeiter entgegen. Es sind sehr viele Frauen darunter. Sie kommen vom Berg oben und haben heute schon ihr Holz geschlagen, das sie kunstvoll auf ihrem Haupt tragen. Helex erzählt uns, dass sie jetzt auf dem Weg nach Zomba sind, um dieses Feuerholz da für ein paar Kwacha zu verkaufen. Wenn man sich überlegt, dass unsere Hütte schon fünf Kilometer von der Stadt entfernt ist und wir bis jetzt etwa drei weitere Kilometer zurückgelegt haben.

Wie schwach und verweichlicht wir doch sind, denke ich beschämend. Tagtäglich gehen diese Menschen den Weg hinauf Richtung Plateau, kehren zurück mit ihrer Last, um am Ende ein klägliches Entgelt für diese körperliche Schwerstarbeit zu bekommen. Angesichts solcher Begegnungen spürt man sehr stark den krassen Unterschied zwischen uns und ihnen und man wird sich bewusst, in welch privilegierter Welt wir doch zu Hause sind.

Oben angekommen haben wir leider wieder mal den Vogel abgeschossen. Der gesamte Blick ins Tal ist mit Wolken und Nebel verhangen. Es hilft auch nichts zu warten und zu hoffen, dass es sich vielleicht noch lichten könnte. So sehen wir nichts. Wenn man von den beiden Wasserfällen absieht (die Williams Falls liegen auf dem Rückweg), kann man als Fazit sagen, war der heutige Ausflug mehr Strapaze als Vergnügen.

Auf dem Heimweg kommen wir an der exklusiven Herberge, dem Ku Chawe Inn, vorbei. Auch hier haben sich wieder die Händler ausgebreitet. Immer, wo zahlungskräftige Kunden vermutet werden, findet man Verkaufsstände. Die geschnitzten Sachen sind wirklich alle sehr schön. Doch wollen wir erst am Ende unserer Tour etwas kaufen.

Zurück in der Hütte muss gleich eine kühle Dusche genommen werden. Was für ein herrliches Gefühl nach dieser anstrengenden Tour. Danach lassen wir uns in die Campingstühle auf der Terrasse nieder und genießen den Ausblick, der im Gegensatz zum Plateau, von hier aus garantiert ist.

Nach kurzer Zeit bemerke ich, dass die Berührung meiner Haut ein eigenartiges, überempfindliches Gefühl auslöst. Mir ist kalt, ich zittere und bekomme eine Gänsehaut nach der anderen. Ich entschließe mich Fieber zu messen. +37,2°C, leichte Temperatur. Sicherlich ist das ein leichter Sonnenstich. Oder habe ich meinem Körper zu viel zugemutet, als ich ihn nach Ankunft sofort mit kaltem Wasser abgeschreckt habe? Die Temperatur sinkt innerhalb der nächsten Stunde wieder auf ihren normalen Wert ab.

Wir haben noch etwas Zeit uns mit Helex´ Kindern zu beschäftigen. Er will unbedingt unser Auto waschen und so nehmen wir uns der Kleinen gern an. Der Jüngste ist etwa anderthalb Jahre alt und völlig problemlos zu handhaben. Uns ist hier schon oft aufgefallen, dass die Kinder sehr ruhig sind. Sie sind sehr zurückhaltend, manchmal ängstlich, nicht lebhaft und nicht so temperamentvoll, wie wir es bei uns oft erleben. Sie zerren nicht rum und auch von den Babys ist kein Schreien zu hören.

Sicher geht diese Ruhe auf die ständige körperliche Wärme und Nähe der Mutter zurück, die die Kinder hier von Geburt an haben. Wie wir alle wissen, tragen afrikanische Mütter, wo auch immer sie sind, ihre Babys auf dem Rücken. Sie haben sie ständig bei sich, auch bei der täglichen Arbeit. Die Kleinen werden nicht in einem Kinderwagen oder in einer Wiege abgelegt und haben somit immer das Gefühl geschützt und sicher zu sein. Kinderwagen wären hier eh fehl am Platz. Schon wegen der hohen Unfallgefahr (tiefe Schlaglöcher).

Helex lädt uns in sein Haus ein, er möchte es uns gern zeigen. Ein unangenehmes Gefühl haben wir, als wir in sein Heim eintreten. Man kann die Armut ganz deutlich erkennen. Obwohl Helex und seine Familie gegenüber anderen in diesem Land noch einen großen Vorteil haben. Er hat einen guten Job, sagt er selbst. Sein Verdienst ist höher als der vieler seiner Landsmänner.

Er hat Strom und fließend Wasser, was er der Hütte nebenan zu verdanken hat. Im Zimmer steht ein Tisch mit zwei Stühlen, ein winziges Sofa, das mit einem dunkelroten zerschlissenen Stück Stoff bedeckt ist. Die anderen Türen sind mit Decken zugehängt. In der Ecke befindet sich eine rußige Feuerstelle.

Stolz zeigt er uns die an der Wand hängenden Fotografien, die ihm Besucher aus Deutschland, Amerika und Kanada zugeschickt haben. Auch wir haben ihm versprochen die Fotos, die wir mit ihm und seinen Kindern aufgenommen haben, zuzusenden. Das ist auch selbstverständlich.

Als ich das Abendbrot zubereite, es gibt Bratwürste mit Reis und Bohnen, überkommt mich das Mitleid. Welches Gefühl muss dieser Mensch gehabt haben, als er uns half den Kofferraum, reichlich gefüllt mit leckeren Sachen, auszuräumen? Ich muss auch an die Kinder in Senga Bay denken, denen wir die Brötchen gegeben hatten. Bin ich zu weich? Sollte man darüber vielleicht nicht zuviel nachdenken?

Helex kommt wie auch schon gestern Abend, um das Geschirr abzuwaschen. Heute hat er sich ein Kofferradio mitgebracht. Wir laden ihn noch zu einer Fanta ein. Aber wir haben das Gefühl, dass er sich hier drin nicht so richtig wohl fühlt.

Als er geht, regnet es draußen schon wieder heftig. Wir schauen ein wenig dem Regen und dem Gewitter durch die geöffnete Tür zu, bis wir sie schließen müssen. Es beginnt wahrlich eine Invasion von Riesenmücken auf unserer Terrasse. Sie tummeln sich an unserer Außenbeleuchtung. Es müssen Tausende sein. Wir beobachten, wie sich die Geckos draußen an der Wand ihre Opfer suchen und mit Haut und Haaren verspeisen. Auch zwei Tausendfüßler sind an der Aktion beteiligt.

Während die Mücken so munter herumflattern, werfen sie ihre Flügel ab und verschwinden als Würmer im Dunkeln. Zurück bleibt am Ende eine Unmenge von Flügeln, die Helex am nächsten Morgen wegräumt.

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05.02.2000 - 26.02.2000

Ein paar Tage vor Abreise

1./2. Tag - Dresden - Amsterdam - London - Johannesburg - Lilongwe

3. Tag - Lilongwe

4. Tag - Lilongwe

5. Tag - Lilongwe - Senga Bay

6. Tag - Senga Bay

7. Tag - Senga Bay - Zomba

8. Tag - Zomba

9. Tag - Zomba - Lilongwe

10. Tag - Lilongwe - Mzuzu

11. Tag - Mzuzu - Nkhata Bay

12. Tag - Nkhata Bay

13. Tag - Nkhata Bay

14. Tag - Nkhata Bay - Chinteche

15. Tag - Chinteche - Liwonde


16. Tag - Liwonde - Nanchengwa Lodge

17. Tag - Nanchengwa Lodge

18. Tag - Nanchengwa Lodge - Monkey Bay

19. Tag - Monkey Bay

20. Tag - Monkey Bay - Liwonde

21. Tag - Liwonde - Lilongwe

22. Tag - Lilongwe - Nairobi - Amsterdam - Dresden 

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