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Im Rhythmus der Hitze

Reisebericht

5. Tag - 09.02.2000 Lilongwe - Senga Bay

Endlich können wir heute aus dem Golden Peacock auschecken. Noch einen Tag länger in Lilongwe und die Langeweile hätte begonnen an uns zu nagen.

Nach dem Frühstück kommt der Mietwagen. Und wieder gibt es eine weniger schöne Überraschung. Der Preis für den Wagen hat sich über Nacht zugunsten des Vermieters verändert. Wie konnte ich auch in meiner Unüberlegtheit den Vertag blanko unterschreiben?

Und jetzt sagt mir der Überbringer auch noch, ich würde in Bezug auf den vereinbarten Preis lügen. Also fahren wir noch einmal ins Büro zu seinem Chef. Der weiß von dem gestrigen Übereinkommen nichts mehr. Es war nur so eine Schätzung von ihm, dass wir in fünf Tagen theoretisch 330 US$ nicht übersteigen könnten. Das Wort Schätzung, auf dem hier die Betonung liegt, ist gestern mit keiner Silbe erwähnt worden. "Estimation" höre ich heute aus seinem Munde das erste Mal.

Dabei lässt sich der Endpreis anhand der vorgegebenen Tarife, hat man einen Taschenrechner bei der Hand, ganz einfach errechnen. Am Ende erhält man ein Ergebnis von 437 US$ inkl. der 1.000 km. Also einen Hunderter mehr.

Eine halbe Stunde diskutieren wir jetzt noch einmal mit ihm. Bis wir am Ende erreichen, dass er uns noch einmal schriftlich auf dem Vertrag zusichert "350 US$ in agreement". Und jetzt nichts wie weg. Weg vom Hof und weg aus Lilongwe. Es ist auch wirklich Zeit, denn in dieser Stadt kann man wahrlich nicht viel unternehmen. Im Nu hat man die paar Straßen und Geschäfte erkundet. Wenn wir daran denken, dass wir spätestens in fünf Tagen zur Rückgabe des Fahrzeuges wieder hier sein werden, wird uns nicht besser.

Die erste Abbiegung die wir nehmen, um in Richtung Lake Malawi zu fahren, ist natürlich die falsche. Ausschilderungen sind hier rar und unübersichtlich. Als wir dann endlich auf der richtigen Straße sind, geht es geradlinig durch eindrucksvolle, sattgrüne Landschaft, vorbei an Dörfern, in denen Kinder mit ihren Ziegenherden unterwegs sind.

Jetzt kommt in uns das erste Mal das Gefühl auf, in Afrika zu sein. Wir sind endlich raus aus der Stadt und genießen die ersten Eindrücke dieser anderen Welt. Ab und zu halten wir einmal an, um nicht alles so schnell an uns vorüberfliegen zu lassen.

Nach einiger Zeit erreichen wir Salima, eine kleine Stadt, von der aus es nicht mehr weit nach Senga Bay, unserem ersten Ziel am Lake Malawi ist. Hier soll es einige gute und weniger gute Lodges und Gasthäuser geben.

Die letzten 20 km bis zum See haben es in sich. Schlaglöcher von einer Größe, dass ein Auto darin verschwinden könnte. Ab und zu sieht man am Straßenrand ein paar Kinder, die versuchen die Löcher mit Erde aufzufüllen und sich somit ein kleines Entgelt von den vorbeifahrenden Autofahrern erhoffen. Bis zum nächsten Regenschauer. Dann wird alles wieder ausgespült und macht aus der Straße eine Schlammpiste.

Die Außentemperatur hat sich laut unseres im Auto befindlichen Thermometers auf +36°C erhöht. Die Sonne brennt unerbittlich heiß und wir sind froh, gerade bei diesem langsamen Fahrtempo eine Klimaanlage im Auto zu haben.

Dem Rat unseres Reiseführers Lonely Planet folgend, haben wir uns für Carolina´s Restaurant und Chalets entschieden. Es soll das beste in Senga Bay sein, sieht man einmal vom Livingstonia Beach Hotel ab. Dieses befindet sich in einer Preiskategorie, die wir in unsere Urlaubskasse nicht eingeplant haben.

Die Besitzer von Carolina´s sind Engländer, ein älteres Ehepaar und dessen Tochter mit Schwiegersohn und Enkelkindern. Obwohl es kleine schilfgedeckte Hütten gibt, die eigene Dusche und WC haben, entscheiden wir uns doch für ein Dreibettzimmer in einem Nebengebäude des Restaurants.

Die Zimmer sind hell und luftig, haben große Betten mit Moskitonetzen und es gibt auch eine Terrasse mit Blick auf den See. Hier lässt es sich sicherlich länger aushalten. Toilette und Dusche sind zur Gemeinschaftsnutzung vorgesehen. Da wir aber die einzigen Gäste in diesem Haus sind, werden wir hier nicht vor verschlossener Tür stehen müssen, um auf eine Dusche oder auf die Benutzung der Toilette zu warten.

Später treffen wir hier noch ein Ehepaar aus Norddeutschland. Sie sind in einem der Nachbarhäuser untergebracht. Mehr Gäste gibt es zur Zeit nicht. Es herrscht, nur noch einmal zur Erinnerung erwähnt, gerade Regenzeit in Malawi.

Sofort nach dem Auspacken machen wir uns auf den Weg zum Strand. Das Wasser im See überschreitet die durchschnittliche Temperatur eines Badesees. Unter +30°C liegt sie hier nicht, eher noch darüber. Den Rest des Nachmittags ruhen wir uns aus. Das haben wir uns auch verdient.

Von den Angestellten erhalten wir noch einen Hinweis. Nach 17.00 Uhr ist es nicht mehr ratsam im See zu schwimmen. Der Grund dafür sind Flusspferde, die ab und an mal vom nahegelegenen Hippo Pool hier vorbeikommen und dann sehr gefährlich werden können. Leider haben sich aber in der Zeit, in der wir hier waren, keine Hippos blicken lassen.

Hier sehen wir das erste Mal, wie sich das Leben am Lake Malawi abspielt. Die Frauen waschen sich, ihre Kinder, die Wäsche und die Töpfe im See. Die Fischer kommen mit ihren Kanus zurück, um ihren Fang nach Hause zu bringen. Jedes Mal wenn eines dieser Kanus eintrifft, finden sich sofort andere Männer und Kinder ein. Das Mitgebrachte wird begutachtet und vielleicht werden ein oder zwei Fische gekauft.

Natürlich werden wir auch sofort von den sogenannten Beach Boys angesprochen. Sie bieten Souvenirs und Bootstouren auf die nahegelegene Insel, Lizzard Island, an. Diese ist, außer von diesen Echsen, auch von Kormoranen bewohnt. Die Felsen sind mit deren weißen Kot bedeckt, jedoch soll man sich davon nicht abschrecken lassen. Der Kot ist längst ausgehärtet und man kann zwischen den Steinen der Insel fantastisch Schnorcheln.

Das wollen wir uns auch nicht entgehen lassen und handeln mit zwei einheimischen Jungs für morgen Vormittag eine Tour nach Lizzard Island aus. "Bitte Madame, wir benötigen 200 Kwacha im voraus, um Benzin für das Motorboot zu kaufen." Hier hört man so einige Geschichten über das Nichtstattfinden von Bootstouren und anderen Ausflügen, für die man Anzahlungen geleistet hat. So versuchen wir den Jungs klar zu machen, dass wir das Angebot nur annehmen, wenn wir zum Schluss bezahlen. Entweder sie akzeptieren es, oder sie haben kein Geschäft gemacht. Sie stimmen am Ende zu.

Wenn wir uns am Strand bewegen, haben wir ständige Begleiter bei uns. Stets ist immer einer der Hunde der Lodgebesitzer zur Stelle und lässt uns nicht aus den Augen. Wir bemerken, dass die Hunde die Einheimischen nicht besonders mögen. Sie schlagen sofort an, wenn sich einer in unsere Nähe oder in die Nähe des Anwesens begibt. Zuerst haben wir noch den Eindruck, dass die Hunde auf die Einheimischen abgerichtet sind. Später lassen wir aber diese Vermutung wieder fallen. Jede Lodge, die einem Weißen gehört, hat mehrere große und kleine Hunde, die allesamt unfreundlich auf die Schwarzen reagieren. In den Dörfern haben wir fast nie Hunde gesehen. Man scheint hier keine zu halten. Aus welchem Grund auch immer.

Abends sind wir die einzigen Gäste im Open-Air-Restaurant. Die Luft hat sich kaum abgekühlt und es ist etwas warm unter den langen Sachen, die man der Moskitos wegen trägt.

Das Abendessen ist hervorragend. Im Hintergrund zirpen die Grillen und Zikaden in einer nie gehörten Lautstärke und der prächtige Sternenhimmel leistet seinen Beitrag für einen vollkommenen Abend. Diesen Tag können wir, mal abgesehen von den immer wiederkehrenden Gedanken an den Rucksack, als perfekt abhaken.

Nachts gegen 2.00 Uhr werden wir wieder von einem Gewitter geweckt und es gießt wie in Strömen.

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05.02.2000 - 26.02.2000

Ein paar Tage vor Abreise 1./2. Tag - Dresden - Amsterdam - London - Johannesburg - Lilongwe

3. Tag - Lilongwe

4. Tag - Lilongwe

5. Tag - Lilongwe - Senga Bay

6. Tag - Senga Bay

7. Tag - Senga Bay - Zomba

8. Tag - Zomba

9. Tag - Zomba - Lilongwe


10. Tag - Lilongwe - Mzuzu

11. Tag - Mzuzu - Nkhata Bay

12. Tag - Nkhata Bay

13. Tag - Nkhata Bay

14. Tag - Nkhata Bay - Chinteche

15. Tag - Chinteche - Liwonde


16. Tag - Liwonde - Nanchengwa Lodge

17. Tag - Nanchengwa Lodge

18. Tag - Nanchengwa Lodge - Monkey Bay

19. Tag - Monkey Bay

20. Tag - Monkey Bay - Liwonde

21. Tag - Liwonde - Lilongwe

22. Tag - Lilongwe - Nairobi - Amsterdam - Dresden