- Reisebericht
- Fotogalerie
- Informationen
- Einreise
- Reisemedizin
- Unterkünfte
- . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Reisebericht
4. Tag - 08.02.2000 Lilongwe Ich möchte gleich einmal vorgreifen, bevor jemandem der Gedanke kommt, heute könnte der verlorengegangene Rucksack eintreffen. Air Malawi hat herausgefunden, dieses Gepäckstück nicht von British Airways übernommen zu haben. Wie auch immer sie das festgestellt haben, es bedeutet, der Rucksack wird zunächst einmal verschollen bleiben.Nach dem Frühstück machen wir uns auf den Weg zur Long Distance Bus Station. Dort wollen wir in Erfahrung bringen, wann am nächsten Tag ein Bus nach Nkhotakota geht. Auf dem Weg dahin, spricht uns ein Schwarzer an. Er sagt, er habe uns am Sonntag mit dem Taxi ankommen gesehen. Und jetzt bietet er uns an, uns zur Busstation zu begleiten. Wir lassen uns darauf ein, um gleichzeitig zu testen, wie diese Begleitungen zu verstehen sind. Als nette Geste etwa oder um sich ein kleines Taschengeld zu verdienen oder jedoch, was wahrscheinlicher ist, das Geschäft des Tages zu machen. Aber ohne Steven hätten wir die Busstation wohl nicht gefunden oder besser gesagt, nicht als das erkannt, was es sein soll. Dieser Platz hätte können alles mögliche sein, nur kein Ort, von dem Fernbusse in alle Teile des Landes abfahren. Bei näherem Hinschauen jedoch erkennt man sogar die Schalter, an denen Fahrscheine verkauft und Informationen gegeben werden. Das Letztere benötigen wir erst einmal. Wann geht morgen ein Bus nach Nkhotakota? Also, im Moment gar nicht. Irgendeine Brücke auf dieser Strecke hat es durch schwere Regenfälle weggeschwemmt und die Straße unpassierbar gemacht. Wir sollten doch am Nachmittag noch einmal vorbeischauen, vielleicht weiß man dann mehr. Möglicherweise ist ja der Schaden an der Brücke in der Zwischenzeit wieder behoben worden. Weiter zur nächsten Busstation in der Nähe des Supermarktes. Aber von hier verkehren nur die Busse nach Blantyre, welches das wirtschaftliche Zentrum Malawis darstellt. Steven, den wir jetzt als Local Guide für den Rest des Tages fest engagiert haben, bringt uns noch an eine weitere Stelle, von der aus angeblich auch noch irgendwelche Busse oder Minibusse abfahren. Hier ist aber geschlossen und ich vermute, dass hier irgendein Bekannter von unserem Begleiter wohnt, der die Fahrt hätte übernehmen können, jedoch nicht zu Hause ist. Wir setzen uns erst einmal in ein recht angenehmes Restaurant, um über unsere weiteren Unternehmungen nachzudenken. In der Mitte des Raumes befindet sich eine große Bar, an der ein Engländer seinen wenigen Mittagsgästen ein paar Getränke reicht. Die ganze Kneipe macht einen kolonialen Eindruck. Sicher noch ein Relikt aus dieser Zeit. Noch immer wissen wir nicht, wie unsere morgigen Pläne aussehen könnten. Wir kalkulieren immer wieder die Möglichkeit mit ein, dass der Rucksack nicht mitkommt. Also wollten wir uns nicht zu weit von Lilongwe entfernen, um innerhalb eines Tages wieder hierher zurückkehren zu können. Für den Fall, es könnte sich etwas positives in Bezug auf das Gepäck ergeben. Aber bevor wir vom Nichteintreffen des Rucksackes erfahren können, benötigen wir erst einmal ein Taxi zum Flughafen. Steven bietet uns selbstverständlich an, sein Bruder könne uns auch für den gleichen Preis wie ein Taxi dahin bringen. Wir hätten noch den Vorteil, dass er keinen Zuschlag für die Wartezeit verlangt. Nach einigen Diskussionen nehmen wir an. Nachdem wir den Flughafen betrübt wieder verlassen haben, lassen wir uns geradewegs zu einer Autovermietung bringen. In Malawi ist es recht teuer ein Auto zu mieten. Für die niedrigste Klasse legt man etwa 3.600 Kwacha am Tag. Das entspricht etwa 170,- DM. Der Vermieter bemerkt auch sehr schnell, dass es uns bedeutend zu teuer ist. Wir einigen uns auf fünf Tage und 1.000 km und er gibt uns einen Preis von 330 US$. Im Moment sehen wir die Sache mit dem Auto als beste Möglichkeit. Es ist gut, dass wir mit Kreditkarte bezahlen können, denn diese Zusatzausgaben waren in unserer Reisekasse nicht eingeplant. Danach lassen wir uns noch beim Kauf eines Moskitonetzes übers Ohr hauen. Für die Klapperkiste von "Taxi" haben wir sicherlich auch zuviel hingelegt. Am Anfang bezahlt man eben immer Lehrgeld.
|
|

