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Reisebericht
3. Tag - 07.02.2000 Lilongwe Diese Nacht erleben wir das erste tropische Gewitter und es regnet noch am Morgen. Man nennt diese Zeit nun einmal Regenzeit, die in Malawi von Oktober bis April andauert. Das hat aber nicht zu bedeuten, dass es den ganzen Tag lang regnet. Noch am frühen Vormittag verschwinden die dunklen Wolken und die tropische Sonne hat im Nu wieder alles getrocknet.Nach dem Frühstück wollen wir das sogenannte City Centre, den neuen Stadtteil von Lilongwe, aufsuchen. Da sich unser Guesthouse in der Altstadt befindet, müssen wir einen Minibus nehmen. Diese sind, wie man es ja schon so oft von afrikanischen Personentransportmitteln gehört hat, heillos überfüllt und verkehrstechnisch gesehen, eigentlich nicht mehr funktionstüchtig. Wenn man sich durch Lilongwe bewegt, hat man nicht im geringsten den Eindruck, in einer Stadt zu sein, geschweige denn in einer Hauptstadt. Zwischen den Häusern befinden sich kleine Felder und Wiesen und viele schattenspendende Bäume, unter denen meist Frauen und Kinder selbstgemachte Snacks und erfrischende Getränke den Vorübergehenden anbieten. Das City Centre hat ein paar wenige moderne Gebäude und es wird viel gebaut. Am späten Nachmittag eilen wir voller Erwartung in unser Guesthouse, um vom Manager zu erfahren, ob Jens´ Gepäck heute eingetroffen ist. Er hatte uns angeboten, auf dem Flughafen anzurufen und nachzufragen. Doch wie konnte es anders sein, der Rucksack ist heute nicht mit aus Joburg angekommen. Vielleicht morgen. Wir haben entschieden, dass, wenn er morgen wieder nicht mitkommt, wir erst einmal in Richtung Lake Malawi weiterziehen. Da dieses Land klein ist, können wir schnell wieder zurück in die Hauptstadt. Dabei ist schnell in diesem Zusammenhang als relativ zu sehen. Man stelle sich einmal vor, man will, wie es viele Afrikafans tun, durch mehrere Länder reisen. Um später von irgendeinem anderen Ort wieder nach Hause zu fliegen. Da ist man dann tatsächlich beschissen dran. Leicht verärgert gehen wir noch einmal zum Supermarkt. Wenigstens ein paar Einwegrasierer muss Jens sich kaufen. Gleich neben dem Golden Peacock ist ein kleines, nettes asiatisches Restaurant, das Korean Garden. Es ist sehr angenehm zum Abendessen auf der Terrasse zu sitzen und der afrikanischen Nacht zu lauschen. Man hört Hunderte Grillen zirpen, von Weitem das leichte Grollen eines Gewitters und den Muezzin zum Abendgebet rufen.
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