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Im Rhythmus der Hitze

Reisebericht

19. Tag - 23.02.00 Monkey Bay

Die Nacht war sehr heiß und wir hatten etwas Mühe mit dem Schlafen. Jens und ich haben ein paar Stiche an Zehen und Füßen, die schrecklich jucken. Sollte uns etwa ein Moskito durch das Netz gestochen haben? Ist ja möglich, wenn man während des Schlafens direkten Kontakt mit dem Moskitonetz hat. Als ich plötzlich eine neue juckende Stelle an meinem Fuß entdecke, liegt der Verdacht nahe, dass es sich hierbei um einen Flohbiss handeln könnte. Es ist bereits heller Morgen, die Sonne scheint durch unser offenes Fenster und somit stechen auch die Moskitos nicht mehr (so steht es jedenfalls geschrieben). Gleich darauf bestätigt sich unser Verdacht in Form eines davon springenden Flohs. Mittlerweile haben wir uns daran gewöhnt, nie allein im Zimmer zu sein.

Eigentlich sollte es gegen 8.00 Uhr zu unserer Bootstour auf die gegenüberliegende Insel namens Thumbi losgehen. Aber was sind schon Zeitangaben. So verzögert sich halt die Abfahrt um eine Stunde. Es ist heute Morgen schon ganz schön heiß und dazu weht ein starker Wind. Den Wellengang hier kann man mit dem am Meer vergleichen. Einen Meter sind die Wellen heute wenigstens hoch. Das hatte zur Folge, dass ein weiter draußen festgemachtes, größeres Boot losgerissen und an das Ufer geworfen wurde. Vergebens versuchen es etwa 30 Männer wieder aufzurichten und ins Wasser zurück zu bringen. Die Kommandobrücke hat es völlig zerstört. Erst nach dem Auspumpen gelingt es, das Boot wieder aufzurichten.

Wir besteigen unser kleines Motorboot an einer geschützten Bucht, die wir zu Fuß nach ca. einer halben Stunde erreichen. Rouben hat noch zwei Helfer mitgebracht. Unterwegs kaufen wir von den uns entgegenkommenden Fischern unser Lunch. Frischer kann man den Fisch wirklich nicht auf den Tisch bekommen!
Auf der Insel angekommen, gibt es aber erst einmal Frühstück. Wir werden mit Pancakes, einer Art Eierkuchen, verwöhnt, die in einer alten Pfanne auf offenem Feuer zubereitet und uns mit Zucker bestreut und mit Zitrone beträufelt serviert werden.

Der Platz hier ist ideal zum Schnorcheln und Tauchen. Wenn man im glasklaren Wasser ruhig stehen bleibt und seine Hände hineinhält, kommen unzählige bunte Fische angeschwommen, wie man sie nur aus dem Aquarium kennt und knabbern an den Fingern.

Es ist gut, dass der Fischfang im Lake Malawi (noch) nicht kommerziell betrieben wird. Nur das, was zum eigenen Verzehr und für den Verkauf auf dem Markt benötigt wird, wird aus dem See geholt. Glücklicherweise gibt es keine Fischkutter mit Schleppnetzen, nur kleine Boote und Kanus. Sonst wäre der See vielleicht schon überfischt und die Anzahl dieser herrlichen Fische schon stark reduziert.

Lunch gibt es schon gegen 11.00 Uhr, eine Stunde nach dem Frühstück. Wir erbitten uns wenigstens noch eine Stunde Wartezeit, um die vorangegangene Mahlzeit erst einmal verdauen zu können. Also greifen wir etwas später zu: Gegrillter Kampango mit Reis und Tomaten-Zwiebel-Soße. Die Malawier wissen, wie gekocht wird.

Rouben hatte uns angeboten, am Nachmittag so lange wie wir möchten auf der Insel zu bleiben. Aber schon 13.00 Uhr wird uns die Sonne zu viel. Sie brennt schon den ganzen Vormittag erbarmungslos auf unsere weiße, empfindliche Haut. Der Wind hat seinen Beitrag dazu geleistet, dass sie eine rötliche Farbe angenommen hat. Also brechen wir auf.

Erschöpft kommen wir im Guesthouse an. Den halben Tag im und am Wasser faulenzen, kann auch anstrengend sein. Heute Abend wollen wir ausnahmsweise keinen Fisch essen und treffen uns mit den anderen im einzigen Lokal dieses Ortes, in Tomas´s Restaurant (ist kein Schreibfehler meinerseits). Alle Tische auf der Terrasse sind voll besetzt.

Mick wird von einem Einheimischen vollgelabert, der ebenfalls ein Problem daraus macht, dass zwischen den beiden kein Geschäft zustande gekommen ist. Er ist ebenfalls ein "First Guy", wie wir sie mittlerweile nennen, derjenige der also das erste Angebot gemacht hat.

Man hatte uns schon gewarnt, dass man in Cape Maclear vorsichtig mit der Wortwahl sein soll. Sätze wie: "Ich überlege es mir" und Reden wir später noch einmal darüber", sollten vermieden werden. Jedoch kann ein "Nein, möchte ich nicht" auch zur Folge haben, dass man, wenn man das gleiche Angebot, z. B. eine Bootstour, von einem anderen annimmt, voller Empörung daran erinnert wird, gesagt zu haben, man will gar keine Bootstour. Man macht das alles hier ein bisschen kompliziert. Viele von den anderen sagen, was eigentlich etwas traurig ist, froh zu sein, wenn sie diesen Platz wieder verlassen haben. Eigentlich ist es sonst sehr schön hier. Aber diese gespannte Atmosphäre lässt einfach keine rechte Sympathie für den Ort aufkommen. Hoffentlich versauen sich die Jungs hier mit ihrer übertriebenen Anmache nicht alles. Es gibt noch mehr schöne und romanische Orte am Lake Malawi. Darüber sollten sie vielleicht mal nachdenken.

Man muss hier, im einzigen Restaurant, ziemlich lange auf seine Bestellung warten. In unserer Unwissenheit darüber haben wir noch den Fehler gemacht, erst zu ordern, als ein leichtes Hungergefühl einsetzte. Aber mit unseren Gesprächspartnern aus aller Welt haben wir jede Menge Spaß und der Abend vergeht wie im Fluge. Etwas bedauern wir es, morgen abzureisen. Aber wir müssen zurück in Richtung Lilongwe. Samstag ist unser Heimflug angesagt. Schon heute Abend verabschieden wir uns von allen. Wir wussten ja nicht, dass wir uns am morgigen Tag noch lange sehen werden...

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05.02.2000 - 26.02.2000

Ein paar Tage vor Abreise

1./2. Tag - Dresden - Amsterdam - London - Johannesburg - Lilongwe

3. Tag - Lilongwe

4. Tag - Lilongwe

5. Tag - Lilongwe - Senga Bay

6. Tag - Senga Bay

7. Tag - Senga Bay - Zomba

8. Tag - Zomba

9. Tag - Zomba - Lilongwe

10. Tag - Lilongwe - Mzuzu

11. Tag - Mzuzu - Nkhata Bay

12. Tag - Nkhata Bay

13. Tag - Nkhata Bay

14. Tag - Nkhata Bay - Chinteche

15. Tag - Chinteche - Liwonde

16. Tag - Liwonde - Nanchengwa Lodge

17. Tag - Nanchengwa Lodge

18. Tag - Nanchengwa Lodge - Monkey Bay

19. Tag - Monkey Bay

20. Tag - Monkey Bay - Liwonde

21. Tag - Liwonde - Lilongwe

22. Tag - Lilongwe - Nairobi - Amsterdam - Dresden