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Im Rhythmus der Hitze

Reisebericht

18. Tag - 22.02.2000 Nanchengwa Lodge - Monkey Bay

Noch vor dem Frühstück, bevor sich die Hitze richtig bemerkbar machet, verlassen wir Nanchengwa Lodge. Es sind wieder einmal 2 km bis zur Hauptstraße zu Fuß zurück zu legen. Wir nehmen den erstbesten Minibus nach Monkey Bay. Durch andere Reisende sind wir bereits darauf aufmerksam gemacht worden, dass sich hier, in Monkey Bay und auch in Cape Maclear, schon leichte negative Auswirkungen des Tourismus zeigen. Es gibt hier jede Menge Beach Boys, die manchmal nicht gerade die feinsten Methoden anwenden, um zu einem Geschäft zu kommen. An keinem anderen Platz in Malawi ist dies so extrem zu spüren wie hier. Auch haben wir schon gehört, dass manche Reisende sogar aus diesen Gründen Cape Maclear meiden. Was eigentlich sehr schade ist.

Auch wir haben manche Sachen als unangenehm empfunden. Ich werde später noch darauf zurückkommen. Schon kurz nachdem wir in Monkey Bay den Minibus verlassen haben, hängen sich drei dieser Beach Boys an uns dran und versuchen uns eine Transportmöglichkeit nach Cape Maclear aufzuschwatzen.

Doch wir wollen erst einmal frühstücken. Einer dieser Jungs namens Eric ist besonders aufdringlich. Sie lassen auch nicht ab und bleiben gleich neben uns stehen, während wir frühstücken. So können sie es nicht verpassen, wenn wir das Restaurant verlassen. Denn sie haben freundlicherweise doch gleich einen (ihren) Pick-up vor die Tür fahren lassen und warten jetzt nur noch darauf, dass wir einsteigen. Doch da ist noch ein anderer Pick-up, auf dem schon zwei australische Rucksackreisende Platz genommen haben.

Für weniger als die Hälfte des von Eric angebotenen Preises steigen wir hier zu. Mehrere Einheimische mit ihren Großeinkäufen sind an der jetzt folgenden 15 km langen Fahrt über staubige Piste und durch kleine Flüsse hindurch mit von der Partie. Manchmal ist die Straße so vom Regen ausgewaschen, dass der Fahrer sie verlassen muss.

Auch dieser Pick-up ist wieder überladen. Und immer wenn man denkt, Mensch, das Fahrzeug muss doch unter dieser Last zusammenbrechen, passt immer noch jemand oder etwas darauf oder rein. Und so können auch wir unterwegs noch ein paar Lasten und Leute laden. Als wir ankommen, schmerzt jedem irgendein Körperteil. Dem einen hat die Ladeklappe in die Wirbelsäule gedrückt, einem andern ist das Bein eingeschlafen.

Stevens Guesthouse ist im Laufe der Jahre etwas heruntergekommen, dafür aber sehr preiswert. Elektrizität gibt es hier keine, doch wir haben Dusche und WC auf dem Zimmer. Am Strand vereinbaren wir mit einem der Beach Boys an einem Barbecue am Abend teilzunehmen. Sein Name ist Rouben und er ist etwas älter als die anderen Jungs und was besonders erfreulich ist, sehr ruhig und unaufdringlich. Er zeigt uns ein Buch, das seine Fähigkeiten als Koch und Tourguide wiedergibt. Die unterschiedlichsten Leute aus Deutschland, Japan, USA, Canada usw. haben hier in ihrer Sprache für ihre Landsleute eine Empfehlung hinterlassen.

Als der bereits erwähnte Eric von unserer geplanten Beach Party erfährt, kommt es am Strand zwischen ihm und mir zu einer kleinen Diskussion. Er sagt mit böser Mine, er sei der Erste gewesen, der uns Grillen und Bootstouren angeboten hat und er sei mit uns von Monkey Bay bis Cape Maclear gefahren. So in etwa, als hätte er jetzt ein Vorrecht auf ein Geschäft mit uns. Davon kann ich mich nicht beeindrucken lassen. Ich antworte ihm nur, dass ich mir das erste, das zweite und auch das dritte und vierte Angebot einhole und dann entscheide ich, mit wem ich Geschäfte mache. Das verstehen die Jungs hier aber nicht. Schade. Sicher hätten sie mehr Chancen, wenn sie sich Rouben als Vorbild nehmen würden.

Bevor der Nachmittag zu Ende geht, unternehmen wir noch einen kleinen Spaziergang. Wir lassen uns ganz in der Nähe des Einganges des Lake Malawi National Parks die Gräber der ersten Missionare der Livingstonia Mission, die sich damals hier befand, zeigen. Gut, dass wir noch vor Beginn des nächsten Gewitters zurück im Guesthouse sind. Als es mächtig zu schütten beginnt, haben wir uns schon mit unseren Nachbarn angefreundet und plaudern munter auf der geschützten Terrasse.

Tara und Mick sind aus Australien und schon Monate lang im südlichen Afrika unterwegs. Taras Oma wurde in Zimbabwe geboren und lebt da heute noch. Wie wir schnell erfahren, sind auch die beiden Aussies bei Roubens Beach Barbecue mit von der Partie genauso wie ein Schweizer und drei Südafrikaner. So hat an diesem Abend jeder die Möglichkeit über seine Abenteuer und Erlebnisse zu berichten.

Oft beneide ich diese Leute, die frei und ungezwungen, mit wenig Geld aber viel Zeit ausgerüstet, durch die Welt ziehen, die heute noch nicht wissen, wo sie morgen sein werden. Auch denke ich, dass die auf so einer Reise gesammelten Erfahrungen und Eindrücke auf das weitere Leben eine gewisse Auswirkung haben. Es macht Spaß mit diesem Typ Menschen zusammen zu sein und heute, wieder zu Hause, vermisse ich sie schon und ebenso ihren unbeschwerten und sorglosen, vom eintönigen Alltag verschont gebliebenen Lebensstil. Sie geben einem ein Gefühl von unendlicher Freiheit und Zwanglosigkeit.

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05.02.2000 - 26.02.2000

Ein paar Tage vor Abreise

1./2. Tag - Dresden - Amsterdam - London - Johannesburg - Lilongwe

3. Tag - Lilongwe

4. Tag - Lilongwe

5. Tag - Lilongwe - Senga Bay

6. Tag - Senga Bay

7. Tag - Senga Bay - Zomba

8. Tag - Zomba

9. Tag - Zomba - Lilongwe

10. Tag - Lilongwe - Mzuzu

11. Tag - Mzuzu - Nkhata Bay

12. Tag - Nkhata Bay

13. Tag - Nkhata Bay

14. Tag - Nkhata Bay - Chinteche

15. Tag - Chinteche - Liwonde

16. Tag - Liwonde - Nanchengwa Lodge

17. Tag - Nanchengwa Lodge

18. Tag - Nanchengwa Lodge - Monkey Bay

19. Tag - Monkey Bay

20. Tag - Monkey Bay - Liwonde

21. Tag - Liwonde - Lilongwe

22. Tag - Lilongwe - Nairobi - Amsterdam - Dresden