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Reisebericht
17. Tag - 21.02.2000 Nanchengwa Lodge Die Sonne kitzelt uns heute mit ihren warmen Strahlen durch das große Fenster unserer Hütte wach. Für 9.00 Uhr sind wir mit ein paar Jungs verabredet, die uns das nahegelegene Dorf mit der Schule zeigen wollen. Ich wollte schon immer mal eine afrikanische Schule von innen sehen. Und sie ist ein echter Knaller. Sofort werden wir von unzähligen Kindern umringt, die gleich mal ihre Unterrichtsstunde verlassen haben.Die Primary School gilt in Malawi als eine Art Hauptschule. Die Klassen 1 bis 8 zählen dazu. Haben die Eltern eines Schülers genügend finanzielle Mittel zur Verfügung, kann er die Secondary School, bei uns wäre es das Gymnasium, besuchen. Diese umfasst die Klassen 9 bis 12. Klasse. Man findet sie nur in den größeren Orten. Dadurch besteht das Problem, dass zusätzlich Unterkunft und Verpflegung zu den Schulgebühren bezahlt werden müssen. Die Primary School ist für alle Kinder Malawis frei. Jedoch besuchen nicht alle die Schule. Manche Orte sind zu weit von der nächsten Schule entfernt, um zu Fuß dahin zu gelangen. Schulbusse gibt es keine. In den unteren Klassen werden manchmal bis zu 100 Schüler von einem Lehrer unterrichtet. Der stellvertretende Direktor führt uns durch die verschiedenen Klassenräume. Zuerst werden wir der 8. Klasse vorgestellt und sollen doch einmal was über die deutsche Schule erzählen. Das ist natürlich sehr schwierig, denn die Unterschiede sind gravierend. Hier gibt es außer ein paar Schulbüchern, die hinten und vorn nicht ausreichen, nichts. Keine Weltkarte für den Geographieunterricht, keine Anschauungsmaterialien für Chemie, Physik, Biologie. Geschweige denn irgendwelche Fachkabinette. Wir hinterlassen eine kleine Spende in der Hoffnung, sie kommt auch wirklich der Schule und den Kindern zugute. Wir appellieren an die Ehrlichkeit des stellvertretenden Direktors. Dann dürfen wir uns noch ins Besucherbuch eintragen. Die letzten Gäste, Amerikaner, waren vor drei Tagen hier. Den Rest des Tages verbringen wir im Wasser, in der Sonne oder im Schatten der Palmen. Wir beginnen uns jetzt jedes Mal, wenn wir am Strand sind, schon nach wenigen Stunden zu langweilen. Dieses Land und seine Menschen sind so interessant, dass es eigentlich schade ist faul rumzuliegen. Wir wollen weiter, mehr sehen und hören. Seit dem Mittag gibt es schon keinen Strom mehr. Das Candle Light Dinner am Abend ist somit ohne Aufschlag.
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