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Im Rhythmus der Hitze

Reisebericht

15. Tag - 19.02.2000 Chintheche -Liwonde

Das Frühstück ist das allerletzte, das wir bis jetzt bekommen haben. Die Eier, gekocht oder gebraten, verursachen einen stechenden Geruch in der Nase. Wir entscheiden uns im Sinne unserer empfindlichen europäischen Mägen und zugunsten der abgemagerten Hunde, mit denen das Frühstück zu teilen. Sie bekommen die Eier, wir nehmen den Toast. Ohnehin sollten die Hunde in dieser Lodge des öfteren mal etwas zu fressen bekommen. Mancher Tierschützer würde die Hände über dem Kopf zusammenschlagen.

Am Ende stellen wir fest, dass man diesen Platz für den Preis besser meiden sollte. Das Personal beherrscht die englische Sprache so gut wie gar nicht. Pluspunkte bekommt hier nur der schneeweiße Strand und die freundlichen Bewohner des nahegelegenen Dorfes. So schnell wie möglich sehen wir jetzt, dass wir wegkommen.

An der Hauptstraße wollen wir versuchen zu trampen. Es dauert nicht lange und einer dieser uns schon so gut bekannten, vollen Minibusse kommt des Weges. Wir passen auch noch mit sämtlichen Gepäckstücken in das Fahrzeug. Hakuna Matata - kein Problem, wie es auf Suaheli heißt. Plötzlich müssen wir alle aussteigen. Die Straße ist zu Ende. Von der Brücke, die hier einmal über den Fluss führte, stehen nur noch zwei Pfeiler im Wasser. Man hat eine Art Damm aufgeschüttet, über den sich jetzt der leere Minibus quält. Wir gehen zu Fuß. Drüben angekommen, dürfen alle wieder einsteigen. Es ist schon Wahnsinn, wenn man bedenkt welchen Schaden die Wassermassen während der Regenzeit anrichten können. Wahrscheinlich war auch diese Brücke gemeint, als wir, man erinnere sich, vor ein paar Tagen auf dieser Küstenstraße in Richtung Norden fahren wollten und dann die andere, längere Streck nehmen mussten.

In Dwangwa müssen wir umsteigen. Von da aus geht es mit einem Pick-up weiter. In Nkhotakota haben wir geplant zu übernachten, obwohl uns damals der Schotte erzählt hatte, dass es sich hier nicht lohnt, einen Stopp einzulegen. Wir haben uns für das Livingstone Resthouse im Missions Hospital entschieden, das wir dann aber doch lieber meiden. Wenigstens haben wir aber unter dem riesigen Baobabbaum gestanden, unter dem David Livingstone seinerzeit schon mit dem hiesigen Chief Jumbe zusammentraf, um ihm den Sklavenhandel auszureden. Dieser beeindruckende, jahrhundertealte Baum steht direkt vor dem Resthouse. Gegenüber befindet sich eine beeindruckende Kirche.

Also machen wir uns wieder auf den Weg. Auf der geschäftigen Straße treffen wir einen Pick-up mit der Aufschrift "Ministery of Finance". Der Fahrer ist ein Angestellter dieses Ministeriums und beabsichtigt nach Lilongwe zu fahren. Gern nimmt er uns bis Salima mit. Dann trennen sich unsere Wege, denn wir wollen weiter in den Süden.

Auch in Salima haben wir wieder Glück. Ein Auto hält und wir fragen, ob uns der Fahrer bis zum Abzweig Monkey Bay mitnehmen kann. Der nette Herr, mit dem wir jetzt unterwegs sind, ist ein katholischer Pfarrer aus Nigeria. Seit acht Monaten ist er jetzt in Malawi. Zuvor war er schon in einigen anderen afrikanischen Ländern als Missionar tätig. Da findet sich natürlich genügend interessanter Gesprächsstoff, denn in der Beziehung bin ich sehr neugierig. So lasse ich mir von ihm seine Eindrücke schildern, die er im vom Bürgerkrieg gezeichneten Sierra Leone gemacht hat, über seine Arbeit in diesem Land. Viel zu schnell sind wir am Abzweig angekommen und müssen uns verabschieden.

Doch die Händler in den Verkaufsständen rufen uns sofort zu, dass diese Straße, die Taka Taka Road nach Monkey Bay, wegen einer weggespülten Brücke gesperrt ist. Wir sollen etwa 10 km weiter zum nächsten Abzweig fahren. Also alles wieder rein ins Auto.

An dem erwähnten Abzweig steht schon ein Pick-up bereit, der nur noch auf Fahrgäste wartet. Nachdem wir den für die Strecke vereinbarten Preis gezahlt haben, warten wir jetzt auf die Abfahrt. Erst einmal vergebens. Dann sind es nur noch ein paar Minuten bis es losgeht, denn vielleicht kommt noch jemand, der mit möchte. Nach einer dreiviertel Stunde haben wir uns immer noch keinen Zentimeter von der Stelle bewegt. Wir fragen den Fahrer wie viel er haben möchte, wenn er jetzt auf der Stelle losfährt. Wir befürchten im Dunkeln anzukommen und das wollen wir nicht unbedingt. Wer weiß, ob dann von Monkey Bay aus noch ein Fahrzeug nach Cape Maclear fährt.

Er verlangt 100 Kwacha, etwa 4,50 DM. Aber anstatt ins Auto zu steigen, rennt er wieder davon und verschwindet in einem gegenüberliegenden Haus. Danach ruft er einen seiner Kumpanen rein. Ihm folgt der nächste. Jens hat das beobachtet und meint jetzt, dass ihm die Sache etwas unheimlich vorkommt. Auf dieser abgelegenen Straße, die nur als Umleitung dient, hätten wir keine Chance. Das muss er mir nicht zweimal sagen, um eine Planänderung einzuleiten. Also schreiten wir jetzt zu Plan C des heutigen Tages. Das Gepäck wieder abladen, das Fahrgeld wiedergeben lassen, die Richtung ändern und an der Hauptstraße auf die nächste Mitfahrgelegenheit nach Liwonde warten.

Gesagt, getan. Nach einer kurzen Diskussion bekommen wir auch unser Geld zurück. Der nächste Kleinbus lässt eine Weile auf sich warten. In Balaka müssen wir in einen großen Bus umsteigen. So legen wir die letzten 40 km in einem der bequemsten Busse Malawis zurück. Die Lautstärke der Musik, die aus dem Radio kommt, ist aber nicht mehr zu übertreffen. Eine Unterhaltung während der Fahrt ist unmöglich.

Es gießt bereits wieder in Strömen, als wir im Stockdunkeln in Liwonde ankommen und erreichen durchnässt und erschöpft das Liwonde Market Square Motel. Man hat uns immer geraten, nie im Finstern unterwegs zu sein, da doch schon des öfteren Überfälle auf Reisende vorgekommen sind. Ist es wirklich gefährlich? Es gibt doch keine Straßenlampen und man kann die Hand vor den Augen kaum erkennen. Wie soll man da einen Schwarzen von einem Weißen unterscheiden können? Nachts sind alle Katzen grau.

Das Motel ist einfach, preisgünstig und die Zimmer sind sauber. Die Bedienung und das Personal sind sehr zuvorkommend und freundlich. So sind wir sehr froh, doch noch unseren Plan geändert zu haben. Bei den heutigen Problemen mit dem Wasserdruck drücken wir ein Auge zu und erwidern auf die Entschuldigung des Managers "That´s Africa". Jeder von uns bekommt eine große Schüssel mit Wasser in die Dusche gebracht, in die wir uns zum Waschen hinein stellen können.

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05.02.2000 - 26.02.2000

Ein paar Tage vor Abreise

1./2. Tag - Dresden - Amsterdam - London - Johannesburg - Lilongwe

3. Tag - Lilongwe

4. Tag - Lilongwe

5. Tag - Lilongwe - Senga Bay

6. Tag - Senga Bay

7. Tag - Senga Bay - Zomba

8. Tag - Zomba

9. Tag - Zomba - Lilongwe

10. Tag - Lilongwe - Mzuzu

11. Tag - Mzuzu - Nkhata Bay

12. Tag - Nkhata Bay

13. Tag - Nkhata Bay

14. Tag - Nkhata Bay - Chinteche

15. Tag - Chinteche - Liwonde

16. Tag - Liwonde - Nanchengwa Lodge

17. Tag - Nanchengwa Lodge

18. Tag - Nanchengwa Lodge - Monkey Bay

19. Tag - Monkey Bay

20. Tag - Monkey Bay - Liwonde

21. Tag - Liwonde - Lilongwe

22. Tag - Lilongwe - Nairobi - Amsterdam - Dresden