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Reisebericht
11. Tag - 15.02.2000 Mzuzu - Nkhata Bay Wir stehen schon gegen 6.00 Uhr auf, denn Regen und Gewitter haben uns nicht lange schlafen lassen. Und das Frühstück ist genauso gut wie schon das Abendessen war. Ein junger Schotte setzt sich zu uns an den Tisch und wir haben ein interessantes Gespräch miteinander.Seit fünf Monaten ist er jetzt im südlichen Afrika unterwegs: Namibia, Südafrika, Botswana, Zimbabwe. Auch er empfiehlt uns, wie seinerzeit schon die beiden Potsdamer, die wir kurz in Lilongwe getroffen hatten, in Nkhata Bay die "Njaya Lodge". Wäre traumhaft da. Nach einem etwas komplizierten Geldwechsel auf der National Bank of Malawi begeben wir uns zur Busstation. Von da aus verkehren Kleinbusse in alle möglichen Orte der Umgebung. Bis Nkhata Bay sind es etwa 50 km. Diese Kleinbusse fahren erst los, wenn sie voll sind. Voll heißt, bis oben hin vollgestopft. Deshalb wird es uns auch eine Lehre sein, nie wieder in einen noch leeren Kleinbus einzusteigen, nur um einen ordentlichen Sitzplatz zu erhaschen. Der geht während der Fahrt ohnehin irgendwann verloren. Geschlagene anderthalb Stunden haben wir auf die Abfahrt gewartet. Diesmal bin ich es, den die Warterei aufregt und ich beginne zu nörgeln. Gestern waren es meine beiden Männer, denen die ewig lange Busfahrt auf die Nerven ging. So erinnert jeder jeden mal daran, dass wir uns in Afrika befinden und hier alles etwas anders läuft, besonders die Uhren. Die Straße ist wieder die reinste Schlaglochpiste und der Kleinbus hat außerdem Mühe, sich auf der dieser zu halten. Da mir die gesamte Sicht nach vorn mit Koffern, Mais- und anderen Säcken genommen ist, sehe ich nicht wie und wohin wir fahren. Das sei auch gut so, meint Jens, sonst wäre ich wahrscheinlich schon in Panik geraten. Wieder ist es unser Fahrzeug, das einem anderen aus der Patsche hilft. Der Kleinbus aus der anderen Richtung hat doch tatsächlich kein Benzin mehr und die Fahrgäste haben es sich schon auf der Straße gemütlich gemacht. Kurz und gut, Schlauch und Kanister raus, fünf Liter abgesaugt, kurze Preisverhandlungen und schon können auch die anderen weiterfahren. Hier wird eben gefahren, bis nichts mehr im Tank ist. Wir haben auch beobachtet, dass an der Tankstelle nur ein paar Liter aufgefüllt werden. Wahrscheinlich gerade so viel, dass es bis zum Zielort reicht. Manchmal verschätzt man sich eben. In Nkhata Bay kommen wir direkt am Marktplatz an und so sind die Neuankömmlinge sofort wieder von allerlei Händlern umringt. Alle Lodges und Guesthouses sind von hier aus gut ausgeschildert und so ist es kein Problem den richtigen Weg zu finden. Wir folgen dem Schild zur Njaya Lodge. Laut Lonely Planet sind es ca. anderthalb Kilometer, die wir zurückzulegen haben. Aber diese dehnen sich auf drei Kilometer aus. Bei +30°C geht es immer wieder bergauf und bergab, mit 15 kg Gepäck auf dem Rücken. Erschöpft kommen wir an. Unser neues Zuhause ist eine kleine Bambushütte direkt am Strand. Wir brauchen nur eine Steintreppe hinunter zu gehen und schon sind wir am Wasser. Die Hütten kleben alle an einem Hang unter schattigen Bäumen. Kleine Wege und Treppen führen hinauf auf den Berg, wo sich das Hauptgebäude mit Restaurant, Rezeption und Bar befindet. Eine große Holzterrasse ermöglicht einen großartigen Rundblick über den See und die Umgebung. Diese Lodge wurde vor ein paar Jahren von einem jungen, englischen Ehepaar errichtet und ist jetzt besonders unter den Backpackern aus aller Welt bekannt und geschätzt. Unsere Hütte hat drei Betten mit Moskitonetzen und eine kleine Terrasse mit Couch und Sessel, die ebenfalls aus Bambus gefertigt sind. Etwas klein für drei Personen, denn eigentlich sind es nur Doppel. Für den Rest des Tages ist relaxen angesagt.
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